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Bewohner der Oberlandsiedlung in Mittersendling stehen vor einem geparkten Laster an der Partenkirchner Straße. Sie sind von den Transportern genervt.

Sogar Schulweg betroffen

Anwohner-Protest in Sendling: Uns stören die ganzen Lastwagen

Viele Lastwagen stören in der Waxensteinerstraße den normalen Verkehr. Jetzt beschweren sich die Anwohner und reichen bei der Stadt einige Forderungen ein.

München - Vorsichtig tastet sich eine Limousine in Mittersendling an die Kreuzung Partenkirchner zur Waxensteinstraße heran. Der Fahrer sieht wenig, denn ein Lkw parkt zu dicht an der Einmündung. Mitten im Wohngebiet. Seit über einem Jahr schon parken Lkw und Anhänger wild in der Oberlandsiedlung, seit einigen Wochen sei die Situation immer schlimmer und die Falschparker aggressiver geworden, beklagen Anwohner.

„Wir sind nicht in einem Gewerbegebiet“, schimpft Klaus Mehl (74), „trotzdem parken hier ständig Lastwagen. Zum Teil ragen die Fahrzeuge bis in die Einmündungen rein“. Dann werde es gefährlich, weil man kreuzende Autos, Radler und vor allem Fußgänger nicht mehr sehe.

Die Anwohner beobachten morgens immer wieder, wie Fahrer morgens ihre Laster abholen und dann unter Zeitdruck mit hohem Tempo davonbrettern. Geschwindigkeitsbegrenzungen interessierten die Fahrer offenbar nicht, sagen die Anwohner – dabei gilt hier Tempo 30. „Mein Mann ist im Außendienst tätig und kommt oft spät heim. Dann findet er hier keinen Parkplatz“, berichtet eine Anwohnerin. „Da sind viele Laster und Anhänger dabei. Es ist echt gefährlich, wie die teilweise die Kreuzungen zuparken. Wenn man die Fahrer dann anspricht, werden die gleich aggressiv.“

Eltern fordern Grundsatz-Paket der Stadt

Mitten in der Oberlandsiedlung liegt zudem eine Grundschule. „Meine Tochter geht ab September hier in die Grundschule an der Werdenfelsstraße“, sagt Mandy Humberg. „Die Schule ist gleich um die Ecke. Aber ich weiß noch nicht, ob ich meine Tochter alleine gehen lassen kann. Ich verstehe nicht, warum die Polizei nichts tut. Wenn das hier schon ein ausgewiesener Schulweg ist, dann sollte man auch öfter kontrollieren.“ Die Eltern fordern nicht nur mehr Polizeikontrollen, sondern auch ein Grundsatz-Paket der Stadt: Be- und Entladen solle erlaubt bleiben, ansonsten wollen sie ein absolutes Parkverbot für Lkw in ihrem Wohngebiet. Allerdings: Das wird wohl nicht funktionieren.

Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferat sagt: „Anhänger dürfen nach den Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung grundsätzlich 14 Tage auf öffentlichem Verkehrsgrund geparkt werden. Ein generelles Parkverbot für ein Gebiet ist hier nicht möglich.“ Und was Lkw angeht: Die darf man von 22 bis 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen nicht regelmäßig in Wohngebieten abstellen. Für die Überwachung ist die Polizei zuständig.

J. Reichmann

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