Wollen das Café „Gans am Wasser“ vergrößern: Florian Jund (li.) und Julian Hahn.

Mollsee im Westpark

Ein Jahr Café „Gans am Wasser“ - wie geht es weiter?

Vor einem Jahr eröffnete das unkonventionelle Café „Gans am Wasser“ im Westpark. Die Betreiber des improvisierten Cafés am Mollsee planen nun mit einer Verlängerung – und strotzen vor neuen Ideen.

Über einen Mangel an Gästen können Julian Hahn und Florian Jund, die Betreiber des Bauwagencafés „Gans am Wasser“ im Westpark, nicht klagen: Am Vormittag ist „Kinderwagen-Parade“, wie Hahn es nennt – Mütter mit ihrem Nachwuchs. Dazu kommen viele Senioren und mittags Mitarbeiter der umliegenden Firmen. Das Geschäft floriert. „Schön ist, dass es fast allen gefällt“, freut sich Julian Hahn.

Vor gut einem Jahr befand sich an dieser Stelle am Mollsee im Westpark noch eine kahle Kiesfläche. Seit dem Abriss des alten Seecafés im Jahr 2013 hatten finanzielle Hürden und strenge Auflagen potenzielle Pächter immer wieder abgeschreckt, dort ein neues Café zu errichten. Damit das idyllische Fleckchen am See nicht weiter leer steht, wurde die Idee einer Zwischennutzung geboren. Vor einem Jahr startete diese – und steht nun vor einer Verlängerung. Die Betreiber wollen das „Gans am Wasser“ sogar ausbauen.

Am 13. August vergangenen Jahres eröffnete die Bauwagengastronomie, das Café „Gans am Wasser“ am Mollsee. Mit viel Kreativität und Unternehmergeist hat der 24-jährige Sendlinger Julian Hahn zusammen mit Florian Jund, einem Freund aus Kindertagen, einen beliebten Treffpunkt für Parkbesucher und Anwohner etabliert. „Wir hatten einen tollen Start“, erzählt Hahn rückblickend. Und weil das Geschäft brummt, wollen die Betreiber ihr Café nun vergrößern. Mit einem zweiten alten Bauwagen und ayurvedischer Küche. Auch einfache Kochkurse sind geplant. Den Bauantrag haben die Jungunternehmer bereits bei der Stadt eingereicht. Bewilligt ist dieser noch nicht, Jund und Hahn rechnen aber fest mit einer Verlängerung ihres Engagements am Mollsee.

Aktuell befinde man sich in der Übergangsphase, erläutert Hahn: „Wir bauen andauernd um.“ Ein Highlight sollen zwei neue Eingangstore werden. Vier Meter hohe gusseiserne Säulen aus einer alten Fabrik sollen die Gäste auf der Seite der Essensausgabe empfangen. Auf der anderen Seite will Julian Hahn zwei große Gänse aus Holz errichten, die im Schnabel ein Schild mit dem Namen des Cafés halten. Daneben soll es Fahrradstellplätze und eine Programmtafel mit den kulturellen Angeboten geben.

Dazu gehören momentan Yoga, Livemusik, brasilianischer Forró-Tanz und bairisches Kasperltheater. Künftig wollen die Betreiber auch Entspannungsworkshops am Wochenende anbieten. „Man muss ausprobieren, was geht und was nicht“, sagt Hahn und spricht dabei ein bisschen lauter. Denn: Vom hölzernen Schallplattenspieler im Zelt ertönt gerade ein Oldie. Ein junges Paar wiegt sich eng umschlungen zum Takt der Musik. Besucher schätzen die ungezwungene und entspannte Atmosphäre des Cafés im Westpark.

Im „Gans am Wasser“ ist vieles so ganz anders als in anderen Cafés. Die Möbel sind originell bis unkonventionell. So haben Hahn und Jund eine alte Badewanne in der Mitte auseinandergesägt. Aus der Wanne sind so zwei Sessel geworden, in denen man sitzen und sein Getränk schlürfen kann. Als Blumenbeete dienen Getränkekisten, Olivendosen und auch ein alter Klostuhl. „Wir bauen das alles selbst“, sagt Hahn mit zufriedenem Lächeln und schaut in sein Open-Air-Café. Auch das alte Stallzelt, das mit Sofas, Bücherregal, Klavier und besagtem Schallplattenspieler einem Wohnzimmer ähnelt, gehört dazu. In den Wintermonaten wurde das Zelt wegen der Nähe zu See und Schlittenberg zu einer beliebten Anlaufstelle für Wintersportler.

Mit dem Bauantrag soll sich der Vertrag für das Café nun um fünf Jahre verlängern. Die Betreiber sind guten Mutes, dass das klappt. Die Sitzplatzzahl soll auf 250 erhöht werden. Den vielen neuen Vorhaben sehen die beiden 24-Jährigen mit Eifer und Gelassenheit zugleich entgegen: „Das bauen wir nach und nach. Wir haben ja keinen Zeitdruck“, sagt Julian Hahn.

Das einjährige Bestehen des „Gans am Wasser“ soll Anfang September mit einem verspäteten Sommerfest gefeiert werden – „gans groß“ mit Barbecue und Livebands.

Christina Seipel

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