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Raserstrecke: Auf der Siegenburger Straße werde oft zu schnell gefahren, monieren Anwohner.

KVR ist einverstanden

Raser in den 30er-Zonen: Sendlinger schaffen sich eigenes Tempomessgerät an

Sendlings Bürger gehen die Raser auf die Nerven - nun haben sie sich eine eigene Lösung ausgedacht. 

Das Geschwindigkeitslimit in Sendling-Westparks Tempo-30-Zonen wird zu häufig überschritten, meinen Anwohner und Viertelpolitiker. „Jeder weiß, dass zum Beispiel in der Siegenburger Straße zu schnell gefahren wird, aber wir können es nicht belegen“, sagt Günter Keller (SPD), Chef des Bezirksausschusses (BA). Das will das Gremium nun ändern und sich ein Tempomessgerät zur Verkehrsdatenerfassung anschaffen. Ziel sei, mit unabhängigen Verkehrsmessungen den Beschwerden schneller nachzugehen und diese gegebenenfalls zu untermauern.

Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) ist einverstanden. Bereits im Januar 2017 teilte es mit: „Aus der Sicht des KVR kann auch der BA solche Geräte in eigener Regie einsetzen.“ Lediglich eine Sondernutzungserlaubnis sei bei einer Aufstellung auf öffentlichem Verkehrsgrund erforderlich.

Kommunale Verkehrsüberwachung

Als Gerätetyp hat der BA die sogenannte Topo-Box ins Auge gefasst, die auch das KVR verwendet. „Die Kommunale Verkehrsüberwachung hat aktuell drei solcher Boxen und stellt sie nach Bedarf auf, um zum Beispiel auf Bürgerbeschwerden, BA-Wünsche oder eigene Wahrnehmungen zu reagieren“, sagt Johannes Mayer vom KVR. Die Kosten in Höhe von rund 5000 Euro will der BA durch das neue Stadtbezirksbudget decken.

Das Gerät erfasst Anzahl, Geschwindigkeit und Art der Fahrzeuge. Das bedeutet, dass es etwa zwischen Motorrad, Pkw und Lkw unterscheiden kann. Zudem bestünde auch die Möglichkeit, den Fahrradverkehr damit zu erfassen, erläutert Keller. Er hofft, dass das Gerät verlässliche Daten an neuralgischen Punkten liefert. Da die Box weder blitze noch Fotos aufnehme, gewährleiste sie zum einen den Datenschutz der Verkehrsteilnehmer, zum anderen ermögliche sie realistische Aussagen über die Verkehrsbelastung. Im Gegensatz zu den Radarmessungen der städtischen Verkehrsaufsicht, die durch Blitzer und Bekanntgabe der Standorte über Radiosender oft ungenau oder gar verfälscht sei.

Die überwiegende Mehrheit der Stadtteilpolitiker nahm den Antrag der SPD-Fraktion an. Eine Gegenstimme gab es von Otto Seidl (CSU), der auch Mitglied des Stadtrats ist. Er zweifelte, dass der BA den zeitlichen und personellen Aufwand alleine stemmen kann: „Wer kümmert sich zum Beispiel um das Gerät?“ Seiner Meinung nach soll der BA das Gerät finanzieren, durchführen soll die Messungen das KVR. 

Christina Seipel

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