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Münchner ächzen unter Inflations-Irrsinn und sattem Aufschlag bei Aldi: Wer kann sich das noch leisten?

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Von: Andrea Stinglwagner

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Stefanie Roth (25) vergleicht Preise von mehreren Supermärkten, um Geld zu sparen.
Stefanie Roth (25) vergleicht Preise von mehreren Supermärkten, um Geld zu sparen. © Markus Göltzfried

Die Inflation schlägt zu – jetzt hat auch der Discounter Aldi seine Preise angehoben. Und das geht ins Budget, wie wir von Münchner Kunden des Supermarkts erfahren.

München – Preis-Hammer mit Ansage: Nachdem in den vergangenen Monaten fast alle Produkte in so gut wie allen Branchen teurer geworden sind, trifft die Inflation (aktuell rund fünf Prozent) jetzt auch diejenigen Leute, die beim Preis eh schon genau hinschauen müssen. Denn: Jetzt dreht auch Aldi an der Preisschraube! Bei etwa 400 Artikeln steigen die Preise.

München: Inflations-Irrsinn und sattem Aufschlag bei Aldi

Betroffen sind laut Lebensmittelzeitung Drogerieartikel, Backwaren, Waschmittel, Snacks und Tiefkühlprodukte. Besonders groß sei der Preissprung bei Kaffee – bei Bio-Kaffee gehe es pro Packung „gleich einen ganzen Euro nach oben“. Aldi-Süd* bestätigte den Bericht: Herausforderungen wie die Omikron-Welle, der Mangel an Lkw-Fahrern, die gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe sowie die Situation in der Ukraine* wirkten sich „warengruppenübergreifend auf unser Sortiment aus in Form steigender Einkaufspreise“. Auch Lidl* habe bereits nachgezogen, so der Bericht. Unsere Zeitung hat sich bei Münchnerinnen und Münchnern umgehört, wie sie mit dem Preis-Irrsinn umgehen und ob sie jetzt verzichten müssen.

Der Angestellte Franz S. (62), den wir vor einer Münchner* Aldi-Filiale treffen, sagt: „Ich stelle fest, dass die Waren zum Teil extrem teurer geworden sind. Zum Beispiel die Haferflocken: Sie haben immer 49 Cent gekostet, jetzt sind es 59 Cent. Bei vielen Dingen fällt mir eine Steigerung gleich um 25 Prozent auf.“

Franz S. (62): „Teuerung von teils 25 Prozent.“
Franz S. (62): „Teuerung von teils 25 Prozent.“ © Markus Götzfried

München: Frisches Gemüse kann sich eine Münchnerin nur noch leisten, wenn es im Angebot ist

Stefanie Roth kann sich nach der Preiserhöhung frisches Gemüse nur noch leisten, wenn es im Angebot ist. „Auch Nudeln, Toilettenpapier oder Küchenrollen sind teurer geworden. Die günstigen Nudeln, 500 Gramm, haben zum Beispiel früher 39 Cent gekostet – jetzt 69 Cent“, sagt die Sozialarbeiterin. Wenn die 25-Jährige Zeit hat, geht sie manchmal in drei Supermärkte, um die Angebote zu vergleichen. „Und es sind ja nicht nur die Lebensmittel! Auch Benzin und die öffentlichen Verkehrsmittel sind teuer.“ Roth muss sich deshalb auch ab und zu einschränken: „Manchmal bleibe ich lieber zu Hause, als mich mit Freunden auswärts zu treffen.“

Rita Broxtermann kauft nur, was im Angebot ist.
Rita Broxtermann kauft nur, was im Angebot ist. © Markus Götzfried

Auch Rita Broxtermann kauft nur, was im Angebot ist. „Das mache ich aber eigentlich schon immer. Ich lebe allein und brauche nicht viel. Mir fällt natürlich auf, dass vieles teurer geworden ist – aber wenn man nicht viel braucht und nach Angeboten schaut, geht es schon“, sagt die Rentnerin. Die 70-Jährige kauft von manchen Sachen, die gerade günstig sind, manchmal mehr ein und friert einen Teil davon ein. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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