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Wenn unterm Strich dauernd ein Minus bleibt, hat man ein Problem. In München geht es vielen Bürgern so.

Stadt will Berater aufstocken

Alarm: So viele Münchner sind überschuldet

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Wenn unterm Strich dauernd ein Minus bleibt, hat man ein Problem. In München geht es vielen so. 105 000 Münchner sind einer neuen Aufstellung zufolge überschuldet. Deshalb will die Stadt nun die Zahl der Berater erhöhen.

München - Im Jahr 2016 waren laut Schuldneratlas der Wirtschaftsauskunftei „Creditreform“ 105 000 erwachsene Münchner überschuldet. Das sind 8,63 Prozent aller Volljährigen. Damit steht die Landeshauptstadt zwar noch besser da als andere Großstädte wie Frankfurt (10,75 Prozent), Hamburg (10,61 Prozent) oder Stuttgart (11,12 Prozent). Dennoch sieht die Stadt dringenden Handlungsbedarf und baut die Schuldnerberatung weiter aus. Knapp 780 000 Euro mehr als bisher will sie ab 2018 jedes Jahr in Berater investieren.

Trotz der günstigen wirtschaftlichen Gesamtsituation bleibe die Zahl der überschuldeten Privatpersonen „sehr hoch“, heißt es in der Vorlage, über die der Stadtrat am Donnerstag im Sozialausschuss entscheidet. Hauptauslöser für die Überschuldung sind Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Trennung und Scheidung, Krankheit und allgemein die mangelnde Fähigkeit, mit Geld umzugehen, heißt es in dem Bericht weiter. In den letzten Jahren habe vor allem dauerhaftes Niedrigeinkommen in vielen Branchen als Auslöser merklich zugenommen. Viele Menschen arbeiten, haben aber lediglich ein Einkommen zur Verfügung, mit dem sie kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Das führt schnell in die Schuldenfalle.

Der Anteil der Schuldner an der Bevölkerung ist in den vergangenen Jahren gestiegen. 2009 waren 8,08 Prozent der erwachsenen Münchner betroffen, 2014 waren es bereits 8,33 Prozent. 2016 suchten 6845 Bürger persönlich Rat bei einer der Münchner Beratungsstellen. 4450 Menschen wurden telefonisch oder im Netz beraten. Haushalte mit Kindern waren überdurchschnittlich stark vertreten, ebenso wie Alleinerziehende. Und: 7 Prozent der Beratenen waren im vergangenen Jahr unter 25 Jahre alt. Im Schnitt hatte jeder der Ratsuchenden 33 000 Euro Schulden – und elf Gläubiger, die Geld von ihm forderten.

Deutschlandweit gehen Fachkreise davon aus, dass ein Schuldnerberater für 25 000 Einwohner benötigt wird. In München (1,54 Mio. Einwohner) wären also 62 Berater nötig. Aktuell gibt es aber nur 50, was dazu führt, dass die Betroffenen im Moment zwei bis drei Monate auf einen Beratungstermin warten müssen. Zeit, in der sie weitere Schulden anhäufen.

Das soll sich nun ändern. 11,5 neue Stellen will Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD) schaffen, vier davon bei der Stadt, den Rest bei den Wohlfahrtsverbänden. In München bieten unter anderem die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, das Evangelische Hilfswerk und das H-Team Schuldnerberatungen an. Auf einen Termin warten sollen überschuldete Menschen dann nur noch ein bis zwei Monate – wenn alles so bleibt, wie es ist. Die Creditreform prognostiziert aber schon weiter steigende Überschuldungszahlen. Und auch im Sozialreferat rechnet man damit, dass „in den kommenden Jahren“ ein weiterer Ausbau der Schuldnerberatung notwendig wird. 

 Caroline Wörmann

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