Mariam († 15) ertrunken

Freundin zu Eisbach-Drama: „Dann ließ sie meine Hand los …“

Sie wollten sich am heißen Sommertag nur schnell im Eisbach abkühlen. Doch dieser Ausflug endete für eine 15-Jährige mit dem Tod. Nun schildert Mariams Freundin die dramatischen Ereignisse.

München - Eine Gruppe junger Mädchen steht auf der Eisbachbrücke – ungefähr über der Stelle im Fluss, an der die 15-jährige Mariam von der Strömung weggerissen wurde und ertrank. Sie werfen Rosen ins Wasser. Mit dabei sind zwei Freundinnen von Mariam, die das Unglück hautnah miterlebt haben.

Montagabend sprang Mariam in den reißenden Eisbach – obwohl das Mädchen nicht schwimmen konnte. Jetzt erzählen die beiden Freundinnen zum ersten Mal, was wirklich passiert ist. Die Schülerinnen wollten etwa 100 Meter nach der Surferwelle zum Baden gehen. „Wir sind zu viert hergekommen“, sagt das eine Mädchen. Sie selbst wollte nicht ins tosende Wasser springen, redete wohl auf ihre Freundinnen ein, es an einer ruhigeren Stelle zu probieren. Aber Mariam sprang an der Hand des anderen Mädchens in den reißenden Fluss – wenige Meter neben der Stelle, an dem das „Baden verboten“-Schild steht.

Hier ist das Wasser nicht so tief, die beiden Mädchen konnten zunächst noch stehen. Ihren Freundinnen wussten nicht, dass Mariam nicht schwimmen konnte. Erst scheint auch alles gut zu gehen: Die beiden Mädchen lachen, halten sich weiter an der Hand. Dann das Unglück.

Bilder: Rettungskräfte suchen nach vermisster 15-Jähriger

Kurz nach der Brücke wird der Sog wohl zu gewaltig: „Und da ließ Mariam meine Hand los“, erinnert sich ihre Freundin. Die 15-Jährige verschwindet im Wasser, ihre Freundin bekommt Panik, rettet sich ans Ufer und schreit: „Mariam ist weg!“ Sofort machen sich die Schülerinnen auf die Suche nach ihrer Freundin. Sie rennen am Eisbach entlang und rufen verzweifelt um Hilfe – „aber niemand konnte oder wollte uns helfen“.

Am Eisbach, wo die 15-Jährige ertrank, liegen nun Blumen und Kerzen.

Sie alarmieren die Polizei, schnell treffen die Rettungskräfte ein. Eine Stunde später wird das Mädchen am Tivolikraftwerk, etwa zwei Kilometer von der Unglücksstelle entfernt, gefunden. Jede Hilfe kommt zu spät – Mariam ist bereits tot.

Paulina Demmer

Rubriklistenbild: © Achim Schmidt

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