16-Jährige mitten in der Stadt vergewaltigt

München - Es vergeht kaum ein Tag, an dem Sarah K. (Name geändert) nicht an den schrecklichen Sommernachmittag im Alten Botanischen Garten denkt: Ein Mann hatte die damals 16-Jährige am helllichten Tag in die Büsche gezerrt und angefangen, sie zu vergewaltigen.

Glücklicherweise griffen zwei Passanten ein. Jetzt hat sich der 27 Jahre alte Andrei S. vor dem Landgericht zu verantworten.

Zum Prozessauftakt muss Sarah K. wieder bangen. Lange bleibt unklar, ob Andrei S. die Vergewaltigung zugeben und ihr damit eine quälende Vernehmung vor Gericht ersparen wird. Eine Haftstrafe nicht höher als viereinhalb Jahre sichert die 20. Strafkammer dem Angeklagten für ein Geständnis zu. Zudem, das verspricht die Staatsanwaltschaft, werde sie dann auch ein anderes Verfahren gegen Andrei S. wegen ausbeuterischer Prostitution und Körperverletzung einstellen. Dennoch, erst nach mehreren Gesprächen mit seinem Verteidiger Alexander Eberth, kommen Andrei S. die entscheidenden Worte über die Lippen: „Alles, was sie gesagt hat, ist wahr“, presst er hervor.

Bei der Polizei hatte Sarah K. den Alptraum geschildert: Gegen 16.15 Uhr war sie am 29. Juni vergangenen Jahres auf dem Weg nach Hause durch den Alten Botanischen Garten gelaufen. Weil ihr schwindelig war, setzte sie sich auf eine Parkbank. Andrei S. und ein Kumpel sprachen sie an, boten ihr etwas zu trinken an. Dann, als sich der Freund verabschiedete, um Zigaretten holen zu gehen, ging Andrei S. auf das Mädchen los. Er zog sie hinter sich her ins Gebüsch und entkleidete sie und sich. Sarah K. schrie um Hilfe. Er drückte ihr die Hand auf dem Mund. Als Sarah K. wieder Luft bekam, schrie sie erneut. Das bekamen zwei Passanten mit, die sich umgehend ins Gebüsch stürzten, gerade noch rechtzeitig, bevor Andrei S. die Vergewaltigung beenden konnte.

Bettina Link

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