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199 Einbrüche im Raum München und Ingolstadt! Die Polizei hat nun eine Grafik mit allen Orten veröffentlicht, an denen eine Osteuropäer-Bande zuschlug.

Polizei veröffentlicht Grafik

199 Einbrüche! An diesen Orten schlug eine Osteuropäer-Bande im Raum München zu 

München - 199 Einbrüche im Raum München und Ingolstadt! Die Polizei hat nun eine Grafik mit allen Orten veröffentlicht, an denen eine Osteuropäer-Bande zuschlug.

Eine Beute im Wert von 2,4 Millionen Euro aus 199 Einbrüchen: Zehn Jahre lang, zwischen 2004 und 2014, war eine siebenköpfige Panzerknacker-Bande in München und Ingolstadt unterwegs, um in feine Häuser und Villen einzusteigen. Sie stahlen Bargeld, Uhren und Schmuck - und räumten die Tresore leer.

Sie fuhren oft tagelang mit einem silbernen Mercedes mit Ingolstädter Kennzeichen die Viertel ab und kundschafteten Objekte aus. Stets achteten sie auf kurze Fluchtwege zur Autobahn und mieden Häuser mit Kameraüberwachung. Selbst Tresore nahmen sie mit, die sie später in der Donau versenkten. Vier davon fanden die Polizeitaucher.

Neun Jahre lang blieben sie unentdeckt. Bis zum Abend des 21. Dezember 2013. Da lösten sie versehentlich in einem Haus in Harlaching die Alarmanlage aus, flohen überstürzt mit quietschenden Reifen. Ein Zeuge konnte sich das Kennzeichen merken. So kamen die Ermittlungen ins Rollen, im Rahmen derer die Beute in zwei Wohnungen in Ingolstadt und Serbien sichergestellt wurde. 

Die Mitglieder der Panzerknacker-Bande im Juni 2015 auf der Anklagebank des Landgerichts.

„Ich kriege jede Tür und jedes Fenster in drei bis zu 30 Sekunden auf“, prahlte Nebojsa M. (39) vor Gericht. Der Kopf der Bande wurde 2015 zu neun Jahren und acht Monaten Haft wegen Einbruchdiebstahls verurteilt. „Es ist unglaublich, dass man solche guten Schraubenzieher hier überhaupt kaufen kann. Damit kann man ja nur einbrechen“, sagt er. Die Einbrüche plante M. selbst. Er kam jeweils über das Nachbargrundstück und stieg zwischen 18 und 20 Uhr in die Häuser ein. Einen Plan? Gab es nicht. „Wir sind einfach losgegangen und haben geschaut, was geht. Wo wir eingebrochen haben, war uns egal.“ Bargeld und Schmuck hätten er und seine Komplizen in Socken gesteckt, später verkauft und die Beute dann aufgeteilt. Bogoljub P. (44) ist für die Einbrüche oft aus Serbien nach München gereist. „Wir haben die Häuser zwei Tage beobachtet“, verriet er vor Gericht.

Nur durch Daniela M., die Ehefrau von Over-Einbrecher Nebojsa M. kam die Bande überhaupt an die noblen Adressen. „Es war meine eigene Idee, weil ich Geld für meine Kinder brauchte“, sagte die frühere Angestellte im Finanzamt Ingolstadt. Sie war für die Datenerfassung von Einkommenssteuererklärungen zuständig. „Ich habe nur Leute rausgesucht, die ein Brutto-Gehalt um die 100.000 Euro hatten.“ Die Adressen schrieb sie auf Zettel, die sie ihrem Ehemann gab. Und profitierte später auch selbst von der Beute: „Er gab mir 10.000 Euro, damit ich Möbel kaufen kann.“

Gegen reisende Tätergruppen: Polizei setzt auf „Donaustrategie“

„Die Zusammenarbeit mit der serbischen Polizei war wichtig bei der Aufklärung der Fälle“, sagt Polizei-Sprecher Florian Nüsslein. Um die internationale Kooperation der Ermittler zu verbessern, findet am Dienstag und Mittwoch unter Federführung des Polizeipräsidiums München ein Workshop zum Thema Wohnungseinbruchsdiebstahl in München statt. Es handelt sich hierbei um eine Arbeitssitzung im Rahmen des „Danube Domestic Burglary Project (DDBP) 2017“. Ziel der Tagung ist es, die im Rahmen der „Donaustrategie“ entstandene erfolgreiche Zusammenarbeit mit den beteiligten Partnern fortzuführen und zu intensivieren. Nach Österreich, der Schweiz und Serbien nehmen an der Tagung auch Vertreter weiterer Dienststellen aus Deutschland teil. Bei den Teilnehmern handelt es sich um Experten im Bereich des Wohnungseinbruchs. Die operative Zusammenarbeit steht im Fokus des Workshops. Erste gemeinsame Erfolge im Bereich der Zerschlagung von internationalen Banden konnte die Münchner Polizei unter anderem schon mit den Tagungsteilnehmern aus Hamburg, Köln, Osnabrück, Berlin, Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erzielen.

„Gerade im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls agieren häufig reisende Tätergruppierungen“, teilt die Polizei in einer Pressemitteilung zum Workshop mit. „Daher ist ein schnelles, gemeinsames und internationales Handeln bei konkreten Fällen sehr wichtig. Das oberste Ziel der Münchner Polizei ist es, nach eingehenden Erkenntnissen der Kooperationspartner bzgl. bevorstehender Reisebewegungen von möglichen Tätern, diese schnell zu lokalisieren und geplante Straftaten zu verhindern.“

Während der Tagung in München soll unter anderem über regionale Schwerpunkte, gemeinsame Phänomene und Erkenntnisse diskutiert werden. Außerdem wollen die Polizei-Experten mögliche neue Ermittlungsansätze erarbeiten.

Für die Münchner Polizei ist klar: „Da die Kriminalität keine Grenzen kennt, ist die internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung überörtlich agierender Täter der Weg der Zukunft.“

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