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„Historische Ausbau-Offensive“

5,5 Milliarden Budget für ÖPNV: Das plant die Stadt im Detail

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München platzt aus allen Nähten - auch die öffentlichen Verkehrsmittel. Das soll nun ein Ende haben. Im Rathaus wurden soeben die neuen Pläne bekannt gegeben.

München - Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag hat OB Dieter Reiter die Pläne der Stadt zum Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs vorgestellt. Insgesamt hat die Rathauskoalition aus SPD und CSU 5,5 Milliarden dafür eingeplant.

Bereits im Januar will sich der Stadtrat mit der Entlastungs-U-Bahn U9 beschäftigen. Die Tram-Nordtangente steht ebenfalls auf der Tagesordnung. Außerdem wird über den Ausbau der U-Bahnen nach Englschalking (U4), nach Freiham (U5) und der Erweiterung zwischen am Hart und Kieferngarten entschieden. 

Der Münchner OB Dieter Reiter (rechts) und Josef Schmid.

OB Dieter Reiter spricht in diesem Zusammenhang von einer „historisch einmaligen Ausbau-Offensive für den Öffentlichen Nahverkehr“. „Die U9 ist dabei das Herzstück des U-Bahn-Ausbaus und entspricht von ihrer Bedeutung und Dimension der 2. Stammstrecke“, sagt Reiter. 

Die Finanzierung des 5,5-Milliarden-Unterfangens steht allerdings noch auf wackeligen Füßen. Die Kosten werden Bund, Land und Stadt gemeinsam schultern müssen. Die Stadt fordert dafür vom Bund entsprechende Mittel und Sonderprogramme. „Das bestehende Förderinstrumentarium bietet kein ausreichendes Potential“, heißt es in den Forderungen der Stadt. 

Tram-Nordtangente - das sind die Pläne der Stadt

Mit der

Trambahnverbindung durch den Englischen Garten

soll eine Querverbindung ergänzend zur U-Bahn geschaffen werden, die die Stadtteile von Laim bis nach Nymphenburg und Schwabing bis Bogenhausen verbinden wird. Vier neue Haltestellen kommen hinzu. Der endgültige Beschluss darüber soll im zweiten Halbjahr 2019 fallen. Die Kosten werden sich laut einem unabhängigen Gutachten auf rund 40 Millionen belaufen.

Entlastungs-U-Bahn U9

Die neue U9 soll nach derzeitiger Planung zwischen MMünchner Freiheit und Implerstraße verlaufen. Insgesamt sind sieben neue Stationen angedacht: Von einem neuen Bahnhof an der Impler/Poccistraße über den Esperantoplatz nahe der Wiesn, Hauptbahnhof, Pinakothekenviertel, Elisabethmarkt und Münchner Freiheit bis zur Dietlindenstraße. An der Theresienstraße soll eine Abzweigung zur U2 geben. Der Beschluss dazu ist im Januar 2018 geplant. Die Stadt rechnet mit einer Bauzeit von circa zehn Jahren und Kosten von rund drei Milliarden Euro. Mit der neuen U-Bahnlinie soll das gesamte U-Bahnnetz entlastet werden. 

U5 nach Freiham

Dieverlängerte U5 soll den Pasinger Bahnhof mit dem Freihamer Zentrum verbinden. Die Kosten für den Bau belaufen sich nach Schätzungen auf mindestens 750 Millionen Euro. Die Stadt München rechnet mit einer Inbetriebnahme bis zu den Jahren 2035/2040 in Anschluss an die Verlängerung der U-Bahn zwischen Laim und Pasing. Bis dahin sollen Expressbusse die Freihamer von A nach B bringen. 

U4 nach Englschalking

Im Münchner Nordosten soll die U4 vom Arabellapark mindestens bis nach Englschalking verlängert und dort mit der S8 verknüpft werden. Eventuell könnte die Strecke sogar bis zur Messe verlängert werden. Derzeit gibt es drei verschiedene Planungsvarianten, eine davon skizziert die Verlängerung der U4 bis zur Messestadt Riem mit ein oder zwei neuen U-Bahnhöfen im Neubaugebiet und Anschluss an den S-Bahnhof Riem.

U26/Tram 23 im Münchner Norden

Vier neue Tramstationen soll der Münchner Norden nach den Plänen der Stadt bekommen. Die Erweiterung des U-Bahnnetzes um die U9-Spange ist aber Voraussetzung für die Querverbindung U26 zwischen Am Hart und Kieferngarten. Sie soll im Anschluss an die U9 gebaut werden. Die Nord-Süd-Erschließung des Areals der ehemaligen Bayernkaserne wird die Tram 23 übernehmen, die von ihrer heutigen Endhaltestelle Schwabing Nord mindestens bis zur Heidemannstraße verlängert wird. Dieses Projekt befindet sich derzeit im Stadium der Vorplanung. 2019 soll dazu ein Beschluss fallen. Bis dahin sollen Expressbusse Die Kosten werden auf rund 700 Millionen geschätzt. 

Tram-Westtangente 

Der Stadtrat entscheidet voraussichtlich im Frühjahr 2018 über den Westtangente von Romanplatz bis zur Aidenbachstraße. Anschließend wird der Plan der Regierung von Oberbayern vorgelegt. Es geht um insgesamt 17 neue Haltestellen. Als Bauzeit werden insgesamt ca. drei Jahre erwartet. Ziel wird es sein, die Tram-Westtangente bis 2026 zu realisieren. Die Kosten werden nach derzeitiger Schätzung bei etwa 168 Millionen Euro liegen.

mm/tz

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