Er drohte Mama und Oma umzubringen

500-facher Missbrauch an Nichten: Onkel vor Gericht

Über vier Jahre soll sich ein 45-Jähriger zigfach an seinen beiden Großnichten vergangen. Angeblich drohte er ihnen die Mutter und Großmutter umzubringen, sollten sie etwas verraten. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

München - Mit vors Gesicht gehaltenem Kuvert betritt Sadiq A. am Freitag den Gerichtssaal. Als die Anklage verlesen wird, rutscht der hagere Mann nervös auf seinem Stuhl hin und her. Dem 45-Jährigen wird vorgeworfen, seine beiden damals noch minderjährigen Groß-Nichten seit 2002 beziehungsweise 2006 über 500 mal sexuell missbraucht zu haben.

Laut Anklage habe der 45-Jährige den beiden Mädchen damit gedroht, entweder sie selbst, ihre Mutter oder Großmutter umzubringen, sollten sie sich seinen Anweisungen widersetzen. Aus Angst, dass der Angeschuldigte diese Drohung tatsächlich wahr machen würde, hätten die beiden die sexuellen Übergriffe über sich ergehen lassen.

Der letzte Übergriff soll sich drei Tage vor der Festnahme am 7. August 2016 ereignet haben. Der Angeklagte streitet alle Vorwürfe ab. Er habe die Mädchen immer nur im Beisein ihrer Mutter getroffen. Außerdem sei eine Vergewaltigung an seinem damaligen Wohnort, einem Mehrparteienhaus, zu keiner Zeit ohne Augenzeugen durchführbar gewesen, so der Angeklagte. Die Verhandlung soll am Dienstag fortgeführt werden.

S. Brenner

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