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61.000 Wohnungen: Hier wird München jetzt zugebaut

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Von: Johannes Welte

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München - Wo München jetzt zugebaut wird: Die Stadt investiert bis zum Jahr 2027 fast 1,3 Milliarden.

München wächst so schnell wie nie zuvor: Alleine voriges Jahr zogen 30.000 Menschen an die Isar, nach aktuellen Prognosen kommen bis 2030 rund 220.000 weitere Neu-Münchner dazu – eine Stadt der Größe Augsburgs! Um alle diese Zugezogenen unterbringen zu können und die Explosion der Mietpreise zu stoppen, legt OB Dieter Reiter (SPD) am Mittwoch dem Stadtrat ein neues Wohnbauprogramm vor: 1,28 Milliarden Euro sollen bis 2027 in neue Quartiere investiert werden. Reiter zur tz: „Das ist das größte kommunale Wohnbauprogramm der Republik, wir investieren als Stadt mehr Geld als manche Bundesländer.“

In den kommenden 20 Jahren wäre noch Platz für 61.000 Unterkünfte. Die tz erklärt das Programm und zeigt in der Karte, wo München jetzt zugebaut wird:

Ob das Programm alle Probleme des Wohnmarktes beseitigen wird? Reiter: „Wir werden die Engpässe nicht restlos beseitigen können. Aber man kann den Mangel an bezahlbaren Wohnungen nur dadurch bekämpfen, dass man neue schafft.“

Bayernkaserne: Aus dem Flüchtlingslager wird ein neuer Stadtteil

Ende dieses Jahres wird die Flüchtlingsunterkunft geschlossen. 4.000 Wohnungen sind hier ab 2018 geplant, östlich davon weitere 800. Prinz-Eugen-Kaserne: 1.800 Quartiere und ein Öko-Wohnpark Auf dem 30 Hektar großen Gelände der Prinz-Eugen-Kaserne in Bogenhausen entstehen 1800 Wohnungen, davon 450 als Öko-Mustersiedlung.

Funkkaserne: Sie wird jetzt zum Domagkpark mit 1.700 Bleiben

In der ehemaligen Funkkaserne entsteht bis 2018 der Domagkpark mit 1.700 Wohnungen, 1.000 Arbeitsplätzen, Park & sozialen Einrichtungen.

Wohnungsbau um jeden Preis? Das meint der Zweite Bürgermeister

Zweiter Bürgermeister Josef Schmid (CSU) überraschte kürzlich im Presseclub mit der Aussage, er wolle den Bau von neuen Wohnungen „nicht um jeden Preis“. War das die Abkehr

von der bisher im Einvernehmen mit der Rathaus-SPD erfolgten Wohnungspolitik? Schmid erklärt der tz: „Mir geht es darum, dass für jedes größere Wohnungsbauvorhaben vorher die Infrastrukturfrage geklärt sein muss.“ Straßen und öffentlicher Nahverkehr sollten die neu hinzugezogenen Menschen auch bewältigen. Schmid geht es auch darum, „dass wir in dieser Stadt auch dringend neue Gewerbeflächen brauchen. Und dass wir auf die Grünfläche achten müssen“. Zuletzt hatte es Ärger gegeben, weil die Stadt auf einem unbebauten Grundstück in Riem, der Unnützwiese, ein Wohngebäude errichten will. Mit OB Reiters Wohnungsbauprogramm habe die Aussage nichts zu tun, auch wenn er meint: „Da haben wir noch Beratungs- und Abstimmungsbedarf.“ Denn im Gegensatz zu Reiter will die CSU weiter beim München Modell Eigentum fördern. Dieter Reiter sieht Schmids Ankündigung gelassen: „Bislang hatte die CSU gemeinsam mit der SPD in diesen Fragen abgestimmt. Allerdings möchte ich betonen, dass wir keine einzige offizielle Grünfläche bebauen wollen.“ Die Konkurrenz zwischen Gewerbe und Wohnen ist nichts Neues. Reiter: „Wir müssen dafür sorgen, dass sich ein Tramfahrer auch künftig in München eine Wohnung leisten kann.“

Johannes Welte

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