Münchner Ostumfahrung erhält vierte Spur

Ausbau der A99: Das sollten Sie über die Großbaustelle wissen

München - Die A99 ist schon jetzt stark befahren. Um dem stetig zunehmenden Verkehr gerecht zu werden, startet am kommenden Montag der achtspurige Ausbau der Ostumfahrung. Dann müssen Autofahrer mit Verzögerungen rechnen – vor allem zu Stoßzeiten.

Der Autobahnring A99 wird zur Dauerbaustelle – zunächst zwischen den Anschlüssen München-Nord und Aschheim/Ismaning.

Alles neu lautet die Devise der Autobahndirektion Südbayern für den Ausbau der Bundesautobahn A99. Die bisher sechsspurige Münchner Ostumfahrung soll langfristig auf dem 18,6 Kilometer langen Abschnitt zwischen den Autobahnkreuzen München-Nord und München-Süd komplett auf acht Streifen erweitert werden. Dazu kommen Brückensanierungen, ein neuer, leiserer Fahrbahnbelag und auch die Autobahnkreuze sollen verstärkt werden. Ein Langzeitprojekt. Kostenpunkt: rund 344 Millionen Euro. Bislang stehen jedoch nur Gelder für den ersten Abschnitt bereit. „Die A99 wird zur Großbaustelle, darauf können sich die Leute schon einmal einstellen“, sagt der Sprecher der Autobahndirektion Südbayern, Josef Seebacher. „Es wird mehr Staus geben.“

Die A99 ist von hoher Bedeutung für die Verkehrssituation rund um die Landeshauptstadt. Die Ostumfahrung nimmt die Verkehrsströme aus den Richtungen Lindau, Stuttgart, Deggendorf, Nürnberg, Passau und Salzburg auf und führt diese an München vorbei. Die ursprüngliche Funktion der A99, so Seebacher, sei die Bewerkstelligung des Fernverkehrs, beispielsweise von Berlin nach Salzburg gewesen. Inzwischen dient sie aber einem weiteren Zweck: dem Pendlerverkehr. Und gerade der nimmt immer weiter zu. „Dafür sind Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum verantwortlich“, erklärt Seebacher.

Bereits jetzt ist die A 99 sehr stark frequentiert, rund 140 000 Kraftfahrzeuge befahren die Ostumfahrung täglich. Zur Ferienzeit liegen die Spitzenwerte gar bei 150 000 Fahrzeugen täglich. Für das Jahr 2020 ist – unter Berücksichtigung des achtspurigen Ausbaus – eine Zunahme auf 170 000 prognostiziert.

Der Spatenstich für den Ausbau findet am kommenden Montag statt, auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wird erwartet. „Wir werden in drei Abschnitten bauen. Am Montag werden wir mit dem Abschnitt vom Autobahnkreuz München Nord bis zur Anschlussstelle Aschheim-Ismaning beginnen“, erklärt Seebacher. Kosten: rund 153 Millionen Euro. Ein Abschluss der Bauarbeiten an dem ersten, sieben Kilometer langen Teilbereich ist für das Jahr 2019 vorgesehen. Dann soll, wenn möglich übergangslos, der nächste Abschnitt bis zur Anschlussstelle Haar, der sich derzeit noch im Genehmigungsverfahren befindet, in Angriff genommen werden. „Sicher kann man das aber nicht sagen, wir müssen viele Dinge berücksichtigen“, sagt Seebacher. „Wir sind ja nicht allein auf der Welt.“

Mit Sperrungen ist indes nicht zu rechnen. Den Planern aus den 1970er-Jahren sei Dank. Diese hatten nämlich bereits beim Bau der A 99 erkannt, dass diese langfristig wohl erweitert werden müsse und deshalb einen überbreiten Mittelstreifen angelegt. Ein großer Vorteil. „Wir bauen nach innen. Es ist kein Grunderwerb vonnöten und wir müssen nicht seitlich anflicken“, sagt Seebacher. Das spare Kosten und Zeit, erschwere aber auch die Logistik.

Auch wenn keine Sperrungen geplant sind, zu Stauungen wird es kommen. Denn: „Die Seitenstreifenfreigabe wird wegfallen, das war nur eine Übergangslösung bis zum achtspurigen Ausbau.“ Ab dem Frühjahr 2017 wird sich der Verkehr auf eine Fahrbahn beschränken. „Im kommenden Jahr werden wir den gesamten Verkehr auf die Südseite leiten“, berichtet Seebacher. Diese wird provisorisch verbreitert, sodass in beiden Fahrtrichtungen zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen. Geduld ist gefragt.

Bastian Huber

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