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Wenn das eigene Auto am Haken hängt, wird es schnell teuer. Viele Fälle landen vor Gericht. Und nicht immer gewinnt das Abschlepp-Unternehmen.

Abgeschleppt: Wer sein Auto sucht, spart oft Geld

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München - Wer widerrechtlich auf Privatgrund parkt, kann es mit den Abschleppern der „Parkräume KG" zu tun bekommen. Nun hat ein Münchner Anwalt der Firma ein Schnippchen geschlagen.

Im Kampf gegen die Praktiken des Unternehmens „Parkräume KG“, das auf Münchner Supermarkt-Parkplätzen rigoros Autos abschleppen lässt, hat der Münchner Rechtsanwalt Dirk Gründler einen weiteren Erfolg verbucht. Der Fall, der vor dem Amtsgericht Rosenheim verhandelt wurde, zeigt: Wer sich geschickt anstellt, kann seine Position im Streit mit dem Unternehmen erheblich verbessern.

Die Parkräume KG, einst unter dem Namen „Schlepp-Co“ gegründet, befreit bundesweit Privatgrundstücke „von widerrechtlich abgestellten Fahrzeugen“ wie die Firma auf ihrer Internetseite schreibt. In München ist die Firma unter anderem auf Rewe-Parkplätzen aktiv. Für die Grundbesitzer ist der Service gratis. Nicht, dass Dauerparker von diesen Plätzen ferngehalten werden, weckt den Zorn der Betroffenen und zunehmend auch den Unmut von Gerichten, sondern die Methode.

Die Autos werden „umgesetzt“, also irgendwo in der Nähe versteckt. Wo, das erfährt der Besitzer erst, wenn er die Rechnung zahlt - oft 250 Euro oder mehr. Dabei, so Rechtsanwalt Gründler, zahle Parkräume-Chef Joachim Gehrke an das Abschleppunternehmen nur 60 Euro. Meist rücke eigens eine Firma aus Augsburg an, denn die Münchner Abschleppdienste wollen laut Gründler mit dem Unternehmen, dem Betroffene im Internet „kriminelle Methoden“ vorwerfen, keine Geschäfte machen. „Wir wollen mit denen nichts zu tun haben“, heißt es beispielsweise bei Eichenseher, einem der Großen der Branche.

Mehr als 100 Fälle hat Gründler bereits vertreten. Im jüngsten Fall hat seine Mandantin den Spieß umgedreht. Als ihr Auto von einem ReweParkplatz in Sendling abgeschleppt worden war, luchste sie dem Parkräume-Mitarbeiter ohne zu zahlen den Zettel ab, auf dem der Standort des Fahrzeugs verzeichnet war. Sie holte das Auto und fuhr heim nach Oberaudorf. Nun musste Gehrke seinem Geld hinterherrennen. Er klagte vor dem Amtsgericht Rosenheim auf Zahlung von 272,50 Euro - und blitzte ab. Zwar begründete das Gericht sein Urteil vor allem mit formalen Mängeln, die den Vertrag zwischen Rewe und Parkräume betrafen. Doch Gründler sieht Anzeichen für eine „Wende in der Rechtsprechungspraxis“ zumindest dieses Gerichts.

Das Problem: „Die Rechtsprechung ist uneinheitlich“, beobachtet Gründler. Er glaubt, dass die in Oberhaching beheimatete Firma ihren Sitz nur zum Schein nach Berlin verlegt habe, da die Gerichte dort Parkräume gegenüber freundlicher eingestellt seien.

In der besseren Position sind die Betroffenen deshalb meist, wenn sie ihr Auto selbst finden und die Parkräume KG damit zwingen, ihre Forderung abzuschreiben oder zu klagen - am Gerichtsort des Opfers. Und das, so der Anwalt, sei gar nicht so schwierig. „In der Regel stehen die Autos in einem Umkreis von zwei bis drei Kilometern.“ Die Straßen, die breit genug für Abschleppwägen sind und an denen es freie legale Parkplätze gibt, sind mit dem Radl oder im Auto eines Freundes schnell abgesucht. Ein Vorteil laut Gründler: Auf diese Weise erfährt die Parkräume KG nicht, wer das Auto verbotswidrig geparkt hat. „Und manche Gerichte sehen keinen Anspruch gegen den Halter“. Die Abschlepper gegen dann leer aus.

Zumindest aber gelingt es meist, die Zahlung deutlich zu reduzieren. 120 statt 230 Euro, 101,15 statt 279,65 Euro - solche Urteile hat der Münchner Anwalt dutzendfach erstritten. Hier hat er ein Urteil des Bundesgerichtshofs auf seiner Seite. Der hatte zwar das Abschleppen für zulässig erklärt, aber gleichzeitig festgehalten, dass nur die damit zusammenhängenden Kosten eingefordert werden dürfen, nicht jedoch die Kosten der Parkplatz-Überwachung. Doch die, so ist Gründler überzeugt, seien in den „Parkräume“-Rechnungen immer enthalten, weil die Firma keine andere Einnahmequelle habe. Abgeschleppten rät Gründler, sich anwaltlichen Rat zu suchen. „Die Gegenseite ist mit allen Wassern gewaschen.“

Peter T. Schmidt

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