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Fast 50 Jahre lang steht das Haus am Dom an der Neuhauser Straße. Bald weicht es einem neuen Geschäftshaus.

Abriss besiegelt: Karstadt am Dom weicht einem Neubau

München - Das Karstadt „Haus am Dom“ wird abgerissen. Damit verschwindet ein Traditions-Kaufhaus aus der Fußgängerzone. An seiner Stelle soll ein völlig neuer Geschäftsbau entstehen.

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Schon seit dem Frühsommer ist klar: Karstadt wird sein „Haus am Dom“ schließen. Am 31. Dezember 2010 läuft der Erbpachtvertrag für den Bau aus – und wird nicht verlängert. Spätestens dann gehen in dem Traditionshaus die Lichter aus. Doch was mit dem Gebäude in bester Lage an der Neuhauser Straße geschehen soll, darüber wollte sich lange niemand der Verantwortlichen äußern.

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Jetzt steht der Plan fest: Der Eigentümer, die Bayerische Bau- und Immobilien GmbH des Schörghuber-Konzerns, will den 60er-Jahre-Bau abreißen und bis 2013 ein völlig neues Geschäftshaus errichten: mit Einzelhandel, Büros und womöglich Wohnungen. Heute unterbreitet das Unternehmen dem Stadtrat seinen Vorschlag. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt soll schon bald ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden. Eingeladen werden renommierte Büros aus Deutschland, aber auch aus der Schweiz und aus Dänemark.

Für das neue Gebäude haben die Planer bereits konkrete Vorstellungen. Das geht aus einem Entwurf der Wettbewerbsunterlagen hervor, der unserer Zeitung vorliegt. Fassade und Dach sollen sich in die historisch gewachsene Bebauung der Fußgängerzone einfügen, zugleich aber „ein hohes Maß an Eigenständigkeit“ zeigen. Vom ersten Untergeschoss bis zum dritten Obergeschoss soll der Neubau Platz für Einzelhandel bieten, im vierten und fünften Stock können Büros und alternativ auch Wohnungen geplant werden. Das bisherige Angebot an Parkplätzen soll auf jeden Fall erhalten werden – im zweiten und dritten Untergeschoss.

Eine zentrale Maßgabe der Verantwortlichen: Das klassische Kaufhaus gilt als Auslaufmodell. Daher sollen die Geschäftsflächen im Neubau in mehrere unabhängige Ladeneinheiten teilbar sein – und zwar horizontal wie vertikal. Das bedeutet: Künftige Mieter werden flexibel wählen können, wie groß ihr Geschäft wird und wie viele Etagen es haben soll. So können hier – je nach Mieterwunsch – mehrere größere Läden oder kleinere Boutiquen entstehen. An der Neuhauser Straße soll es bis zu vier Eingänge geben, die eigenständige Adressen bilden.

Heute befasst sich der Stadtrat mit den Plänen – und die Mitglieder signalisierten im Vorfeld Zustimmung für den Neubau. „Ich halte das Projekt für unstrittig“, sagte SPD-Planungssprecherin Claudia Tausend. CSU-Kollege Walter Zöller stimmte zu: „Wir werden zustimmen. Das ist eine wirtschaftlich vernünftige Entscheidung und ein Vorteil für den Standort München.“ Und Grünen- Stadtrat Boris Schwartz lobte, dass der Eigentümer bei dem Neubau großen Wert auf Nachhaltigkeit legen wolle.

Unklar bleibt weiterhin, was mit den rund 150 Mitarbeitern von „Karstadt am Dom“ geschieht. Die Geschäftsführung äußerte sich am Dienstag nicht zu dem Thema. Alles hänge derzeit vom laufenden Karstadt-Insolvenzverfahren ab.

von Johannes Patzig

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