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Das Hirmer-Parkhaus soll abgerissen werden.

Pläne für Grundstück in der Altstadt

Abriss des Hirmer-Parkhaus: Tauziehen um ein Filetstück

München - Der Bereich zwischen der Hofstatt und der Kaufinger-Tor-Passage soll nach dem Abriss des Hirmer-Parkhauses neu gestaltet werden. Der Stadtrat hat nun den Bebauungsplan beschlossen. Geplant ist ein Mix aus Einzelhandel, Büros, Gastronomie und Wohnen. Zudem sollen zwei neue Passagen entstehen.

Bei der geplanten Neugestaltung des Bereichs zwischen der Hofstatt und der Kaufinger-Tor-Passage ist die Stadt einen Verfahrensschritt weitergekommen. Der Stadtrat hat am Mittwoch den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Sattlerstraße zwischen Fürstenfelder Straße und Färbergraben gefasst.

Im Kern geht es bei diesem spannenden Projekt in der Altstadt um die Frage, wie das Gesamtareal nach dem Abriss des Hirmer-Parkhauses neu gestaltet wird. Vorgesehen ist eine Mischung aus Einzelhandel, Büros, Dienstleistungen, Gastronomie und Wohnen in zwei separaten Gebäuden. 

Das Parkhaus kommt auf jeden Fall weg

Das Hirmer-Parkhaus, das auf städtischem Grund steht, wird auf alle Fälle abgerissen, womöglich auch das alte Post-Gebäude, das mittlerweile der Familie Inselkammer gehört. Der Pachtvertrag zwischen der Stadt und der Münchner Hochgaragen GmbH, kurz Mühoga, welche das Hirmer-Parkhaus betreibt, läuft Ende 2016 aus. Anschließend soll das Grundstück einem Investor in Erbpacht überlassen und neu bebaut werden. Die Stadt verspricht sich eine städtebauliche Aufwertung zwischen Hofstatt und Kaufinger-Tor-Passage und eine attraktivere Vernetzung von Fußgängerzone und Hackenviertel. Wesentlicher Bestandteil des Konzepts sind hierbei zwei neue öffentliche Durchgänge.

BA: Passagen sollen auch Aufenthaltsort sein

Der stellvertretende Vorsitzende des Bezirksausschusses Altstadt-Lehel, Wolfgang Püschel (SPD), forderte, dass diese Passagen auch „als Aufenthaltsort und nicht nur als Durchlauferhitzer“ gestaltet würden. Ein Tauziehen gibt es offenbar noch um den östlichen der beiden Durchgänge, den künftigen Sattlerplatz. Die Stadt verhandelt mit der Inka Holding GmbH – dahinter stehen Augustiner und die Familie Inselkammer – über die Umstrukturierung des derzeit nur eingeschränkt öffentlich zugänglichen Platzes. Den Verdacht von CSU-Stadtrat Walter Zöller, dass es dabei auch um Zugeständnisse beim Baurecht gehen könnte, zerstreute Stadtbaurätin Elisabeth Merk. „Entscheidend ist die Frage, wie können die Baumassen im Konsens weiterentwickelt werden“, sagte Merk.

Mutmaßliche Investoren: Hirmer und Augustiner

Die Stadt hat klare Vorstellungen, wie die beiden mutmaßlichen Investoren Hirmer und Augustiner das Scharnier zwischen Sendlinger Straße und Fußgängerzone gestalten sollen. Nicht gewünscht ist eine weitere Passage, in der sich internationale Mode-Ketten aneinander reihen – so wie in der Hofstatt. Stattdessen soll der traditionelle Facheinzelhandel gefördert werden, denn dieser sei „stark zurückgedrängt worden“, nicht zuletzt aufgrund der hohen Mietpreise. Die Stadt verlangt von den Investoren zudem einen 30-prozentigen Anteil für Wohnen, um die „Innenstadt als traditionellen Wohnstandort weiterhin attraktiv zu gestalten“. Ein Teil der Wohnungen soll gefördert werden. Nach dem Abriss des Hirmer-Parkhauses, in dem derzeit 546 Stellplätze untergebracht sind, soll eine Tiefgarage entstehen. Dort sind allerdings nur knapp 200 Parkplätze vorgesehen.

Lesen Sie auch: Hirmer-Parkhaus - Streit um neues City-Einkaufszentrum

Klaus Vick

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