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In einer Bombenlücke wurde nach dem Krieg das „Lindwurmstüberl“ gebaut – als Provisorium, das nun bleiben darf.

Abriss des Lindwurmstüberls vom Tisch: Nun gibt es neue Pläne

München - Erst drohte das Aus, nun folgt die gute Nachricht für Freunde des Lindwurmstüberls: Das Traditionslokal an der Lindwurmstraße, bekannt für seine Brathendl, darf bleiben. Und bekommt etwas ganz Besonderes:

Viele Stammgäste des Stüberls in der Isarvorstadt dürften aufatmen, denn noch 2007 drohte der Gaststätte das endgültige Aus: Die Augustiner-Brauerei hatte das Jahrzehnte alte Lokal aufwändig umbauen lassen, ohne zuvor bei der Lokalbaukommission einen Bauantrag gestellt zu haben. Zwar hatte das Planungsreferat den Umbau nachträglich genehmigt, aber die Brauerei verpflichtet, den Flachbau, in dem sich das Stüberl befindet, bis 2022 durch einen mehrstöckigen Neubau zu ersetzen. Die wintergartenartige Baracke war in der Nachkriegszeit als Provisorium in einer Bombenlücke errichtet worden. Und Kriegsbaulücken müssen dem Planungsreferat zufolge aus stadtgestalterischen Gründen geschlossen werden.

Doch jetzt hat in der Behörde ein Umdenken stattgefunden: „Auf Wunsch der Augustiner-Brauerei haben wir die Bedingung, den Flachbau durch ein mehrstöckiges Haus zu ersetzen, aufgegeben“, sagt Cornelius Mager, Leiter der Lokalbaukommission. Der Flachbau, so erkannten die Wächter über Münchens Stadtbild, habe „einen ganz eigenen Charme“. Er darf bleiben. Und er soll sogar einen Dachgarten bekommen.

Darüber freut sich nicht zuletzt der Vorsitzende des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Alexander Miklosy (Rosa Liste): „Wir sehen den Flachbau in der Baulücke positiv. Es muss ja nicht jede Brachfläche mit Hochhäusern zubetoniert werden“, sagt er. Sein Bezirksausschuss befürworte auch einen Dachgarten, sofern die Brauerei mit den Nachbarn zurechtkomme: „Aber die Lärmbelästigung durch den Straßenverkehr dürfte größer sein, als die durch das Lindwurmstüberl. Schließlich ist das keine Szene-Kneipe mit lauter Musik, sondern ein Speiselokal.“

Allerdings braucht es eine Genehmigung, bevor die Gäste bayerische Schmankerl auf dem Dach genießen dürfen. Ein bis zwei Monate dauere die Bearbeitung, sagt Thorsten Vogel vom Planungsreferat. Miklosy findet, das sollte schneller gehen: „Wir haben den Dachgarten schon vor über einem halben Jahr im Bezirksausschuss besprochen. Jetzt ist Sommer, jetzt wollen die Leute draußen sitzen.“

Bettina Stuhlweissenburg

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