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Acht Münchner für Berlin

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Johannes Singhammer

München - Auch wenn die CSU an Stimmen verlor – ihre Münchner Bundestagskandidaten können sich als Sieger feiern. Sie holten alle Direktmandate. Münchens SPD dagegen entsendet keinen Vertreter nach Berlin. Neu im Bundestag ist Nicole Gohlke (Linke), die der Verfassungsschutz im Visier hat.

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Jerzy Montag

Solche Sätze sagen normalerweise Gewinner: „Ich bedanke mich sehr für den Vertrauensbeweis der Münchner in unsere Arbeit“, ließ Münchens CSU-Chef Otmar Bernhard wissen – dabei hatte seine Partei in allen Wahlkreisen massiv Stimmen verloren. Dennoch schafften es alle vier altgedienten CSU-Bewerber erneut in den Bundestag. Auch dank des SPD-Debakels werden Herbert Frankenhauser, Peter Gauweiler, Hans-Peter Uhl und Johannes Singhammer München weiter vertreten.

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Rainer Stinner

Einer war überglücklich: Singhammer, der im vierten Anlauf das Direktmandat mit einem Prozentpunkt Vorsprung gegen Axel Berg (SPD) holte – und auch am Tag nach der Nervenschlacht noch erschöpft war. „So was wünscht man keinem – auch nicht dem politischen Gegner“, sagte Singhammer. „Die Erleichterung ist sehr groß.“

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Daniel Volk

Derlei Glücksgefühle wollten bei der SPD nicht aufkommen. Sie brach in München erdrutschartig ein. „Wir sind fast nur noch die größte der kleinen Parteien“, bilanzierte OB Ude. Nicht einen Abgeordneten werden die Münchner Sozialdemokraten stellen – weil die Bayern-SPD ihnen keine besseren Listenplätze gönnte. „Eine Fehlentscheidung“, so Ude.

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Herbert Frankenhauser

Nur fröhliche Gesichter waren dagegen bei den Liberalen zu sehen. Mit kaum verhohlener Schadenfreude wies der Bundestagabgeordnete Rainer Stinner darauf hin, dass seine Partei im Gegensatz zur SPD gleich zwei Münchner nach Berlin schicke. „Die SPD hat uns auf Plakaten als Ungeziefer dargestellt. Ich bin froh, dass das keinen Erfolg hatte.“ Sein eigenes Ergebnis konnte Stinner im Vergleich zu 2005 sogar fast verdoppeln. Neben ihm schaffte Parteifreund Daniel Volk den Einzug.

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Peter Gauweiler

Auch die Grünen steigerten ihr Ergebnis in München – um knapp drei Prozentpunkte. „Und die bayerischen Grünen sind zum ersten Mal besser als der Bundestrend – wunderbar“, sagte Jerzy Montag, der erneut in den Bundestag einzog. Dass er der einzige Münchner in der Grünen-Fraktion dort ist, störe ihn nicht unbedingt. „Ich bin laut genug, ich kann die Münchner Grünen gut vertreten.

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Nicole Gohlke

Die einzige neue Münchnerin im Bundestag kommt von der Linken: Nicole Gohlke. „Ich konnte es erst selbst kaum glauben.“ Sie habe sich noch nicht mal Gedanken über eine Unterkunft in Berlin gemacht. „Ich werde wohl während der Sitzungswochen bei Freunden in einer WG Unterschlupf finden.“ Im Bundestag will sie etwa gegen den Abbau von Bürgerrechten kämpfen. Gohlke ist indes nicht unumstritten. Sie sei Mitglied bei „marx21“, wirft ihr der Verfassungsschutz vor. Das sei eine linksextremistische Organisation. Gohlke weist die Vorwürfe zurück. Sie betrachte sich zwar als Sozialistin, stehe aber zu Deutschlands demokratischer Grundordnung.

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Hans-Peter Uhl

Johannes Patzig & Matthias Kristlbauer

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