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Hartmut Senkel, Betreiber des Viehhofkinos, hofft, trotz Volkstheater eine Zukunft zu haben.

Bürger fordern Mitspracherecht

Ängste vor zu großem Theater im neuen Viehhof

München - Der geplante Neubau des Münchner Volkstheaters auf dem Gelände des ehemaligen Viehhofs bereitet vielen Anwohner Kopfzerbrechen. Zahlreiche Bürger haben im Bezirksausschuss ihre Bedenken vorgetragen.

Sie fürchten, dass der Bau mit einem fast 30 Meter hohen und 20 Meter breiten Theaterturm hässlich wird und zu viel Raum einnimmt. Außerdem soll unbedingt vermieden werden, dass dann weitere Hochhäuser im Viertel entstehen können.

Nachbarn wie die Betreiber des Wirtshauses im Schlachthof hoffen, dass sie in die Planungen einbezogen werden und fragen sich, wie groß das Theater und seine Gastronomie werden soll.

Bisher sind für die Gastro 300 Plätze, 150 im Innenhof und 150 in Innenbereich, vorgesehen. Der große Theatersaal soll 1200 Zuschauer fassen. Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher glaubt, dass das Volkstheater eine kulturelle und gastronomische Bereicherung für das Viertel wird, von der auch das Wirtshaus im Schachthof und das geplante Kulturhaus in der Tumblingerstraße profitieren.

Gemeinsam mit dem gesamten Bezirksausschuss (BA) fordert er allerdings eine umfassende Bedarfsanalyse für Biergarten und Gaststätte sowie ein Betriebskonzept. „Eine bloße Verlegung des Volkstheaters von der Brienner Straße in den Viehhof kann nicht funktionieren“, sagt Bickelbacher. „Wir haben hier ein völlig anderes Umfeld.“ Bürgerbedenken wegen zu viel Fußgängerzustrom und zu wenig Tiefgaragenplätzen kann er jedoch nicht teilen. „Eine Belebung kann dem Viertel nur guttun. Und was den Verkehr betrifft: am jetzigen Standort hat das Theater keinen einzigen Autostellplatz. Für den Viehhof ist eine Tiefgarage mit 150 Plätzen geplant. Das entspricht einem Schlüssel von einem Platz für jeden zehnten Theaterbesucher. Mehr Plätze halte ich nicht für sinnvoll, weil dadurch nur zusätzlicher Autoverkehr angelockt wird. Eher sollten noch Parkplätze für die Anwohner zur Verfügung gestellt werden.“

Sorgen bereiten dem BA die große Gesamtfläche des Theaters und der hohe Turm. Fraktionsübergreifend hat man deshalb einstimmig eine Stellungnahme zum Vorentscheid verabschiedet.

Gefordert werden eine umfassende Gesamtplanung für das Gelände sowie eine Bürgerbeteiligung, die professionell durch die Stadtreferate organisiert werden soll. Der BA spricht sich weiter für einen kleineren Flächenverbrauch für den Theaterbau und eine nördliche Begrenzung in Höhe der Schmellerstraße aus. Für den Turm hat man sich nach längerer Diskussion auf eine Maximalhöhe von 24 Metern geeinigt. Außerdem möchte man den historischen Eingangsbereich zum Viehhof als Ensemble erhalten und wünscht sich eine Durchwegung des Geländes.

Um dem Bürgerwunsch nach innerstädtischen Freiflächen gerecht zu werden, soll das Gelände nach Süden offen bleiben. Hier könnte eine Freifläche entstehen. Für diese macht sich auch der Betreiber des Viehhofkinos Hartmut Senkel mit einer Online-Petition stark, die bereits über 11.000 Unterstützer hat.

Abschließend fordert der BA, in die weitere Planung einbezogen zu werden. Insbesondere den Auslobungstext für den Architekturwettbewerb möchte man mit gestalten. Er wird ausgeschrieben, wenn das Baurecht durch den Vorentscheid geklärt ist.

bus

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