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Wolfgang H. am Mittwoch.

Acht Monate auf Bewährung

Ärger mit Taxler-Gutachten: 68-Jähriger vor Gericht

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München - "Bewusst wahrheitswidrig", so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, soll ein Arbeitsmediziner seine Gutachten abgerechnet haben.

Es gibt rund 20 000 Taxler in München – aber nur eine Handvoll Arbeitsmediziner, die sie als fahrtauglich einstufen können. Da witterte Wolfgang H. (68) sein Geschäft … Seit Jahren testete er auch Busfahrer auf ihre Tauglichkeit und prüfte in seiner Praxis in Karlsfeld deren Fähigkeiten. Nicht wenige Fahrer kamen aufgeregt zu dem Arzt – und wunderten sich danach, wie einfach alles ging. H. trug einfach bei allen Patienten die gleichen Leistungswerte ein. Die hatte er schon vorbereitet, kopierte sie und trug einfach handschriftlich den Namen des jeweiligen Patienten ein.

Bei der Kasse flog der Schwindel erst spät auf – für 101 Patienten hatte der Arzt da schon Gutachten abgerechnet. „Bewusst wahrheitswidrig“, wie ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft. Denn die erforderlichen Testgeräte hatte der Arbeitsmediziner gar nicht in seiner Praxis.

Vor Gericht zeigte H. Bilder und Folien, die er angeblich bei Tests verwende. Da schmunzelte Richter Andreas Schätzl: „Ich habe das Gefühl, Sie versuchen noch so zu arbeiten wie vor 40 Jahren.“ H. sagt: „Ich habe Patienten, die gerne zu mir kommen.“ Darauf der Richter: „Das glaube ich Ihnen gerne.“ Er verurteilte den Arzt zu acht Monaten auf Bewährung. H. verärgert: „Dann gehe ich jetzt in Rente.“

thi

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