Nach dem Warnstreik: Wende im Tarifpoker bei der MVG

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Fragwürdige Personalie

AfD-Chef übernimmt Hochschul-Förderverein

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München - Offenbar in Unkenntnis seiner Polit-Ämter hat der Förderverein der Hochschule für Politik (HfP) Anfang Dezember den Landesvorsitzenden der Alternative für Deutschland, Petr Bystron, an seine Spitze gewählt. Nun rumort es intern.

Die AfD steht weit rechts, die Hochschule mag sich parteipolitisch nicht vereinnahmen lassen. Man sei überrascht, heißt es intern zerknirscht. Im Vorfeld habe man sich kaum über Bystron informiert, er habe sein AfD-Amt nicht erwähnt. Vorgeschlagen wurde er von der bisherigen Schatzmeisterin, einer Parteifreundin. Erst in der Sitzung benannte ein kleiner Kreis einen Gegenkandidaten, der mit 8:15 unterlag.

Der Förderverein („Gesellschaft der Freunde“) ist institutionell unabhängig von der Hochschule, unterstützt sie aber und pflegt ein gut gefülltes Konto. So gut gefüllt, dass es eilig geleert werden muss, um nicht die Gemeinnützigkeit zu verlieren. Um rund 50 000 Euro gehe es, heißt es.

Bystron sagt zu, Verein und Partei strikt getrennt zu halten. „Wir werden Neutralität wahren.“ Seine AfD-Mitgliedschaft werde keinerlei Einfluss auf den Verein haben. Er wolle die Studenten befragen und die Uni-Leitung einbinden, was mit dem Geld gefördert werden soll.

Bystron machte nach eigenen Angaben 2000 sein Diplom an der HfP. Für die kleine Hochschule ist der drohende Wirbel um die Personalie unangenehm. Mit vereinten Kräften, in einer außergewöhnlichen überparteilichen Aktion über Jahre hinweg, hatte der Landtag die angestaubte HfP vor der Schließung gerettet. Sie wird komplett neu aufgestellt, erhält eigene Professuren und eine neue Heimat. Die TU ist der neue Träger, ihr Chef Wolfgang A. Herrmann gleichzeitig Reformrektor. Auch eine Immobilie fand man: Die HfP zieht Mitte 2016 aus der Ludwigstraße ins „Brienner Forum“ beim Königsplatz, kann sich 1,5 Millionen Euro Miete leisten für 6500 Quadratmeter – plus Option auf mehr. Derzeit laufen die Berufungsverfahren für die sechs genehmigten Professuren, auf acht hofft Herrmann sogar. Der Reformrektor wurde von Bystrons Wahl überrascht. „Ich muss das mit Gelassenheit sehen“, sagt Herrmann. „Die HfP wird weiter völlig parteiunabhängig arbeiten.“

Bei beteiligten Politikern ist Grummeln herauszuhören. „Ich bedaure die Personalentscheidung, weil sie in einem Ausmaß Parteilichkeit in den Freundeskreis bringt, wie es ihm nicht gut tut“, sagt der CSU-Abgeordnete Markus Blume. Den „guten Weg der Reform“ werde das nicht aufhalten.

Rubriklistenbild: © fkn

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