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Die Münchner Ex-AfD-Stadträte Fritz Schmude (re.) und André Wächter.

Neue Gruppe im Stadtrat

Münchner AfD-Stadträte wechseln zu ALFA

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München - Die neue Bernd-Lucke-Partei ist jetzt im Münchner Rathaus vertreten – und versucht sich vorerst als Einzelkämpfer.

Im Stadtrat gibt es ab sofort eine Gruppe der Bernd-Lucke-Partei ALFA (Allianz für Fortschritt und Aufbruch). AfD-Gründer Lucke war im Juli aus seiner Partei ausgetreten und hatte ALFA gegründet. Nun folgen ihm die Münchner AfD-Stadträte André Wächter und Fritz Schmude. Wächter, der auch AfD-Bayern-Chef war, hatte seinen Rückzug schon im Juli angekündigt.

Beide begründen den Schritt mit einer Radikalisierung der AfD. Ursprünglich habe man mit der AfD eine „bürgerliche Alternative vor allem zur CSU und zur FDP“ gründen wollen, betonte Wächter. Deutschland brauche eine „seriöse EU- und Euro-kritische Partei“. Die glaubt er nun mit der ALFA gefunden zu haben.

Im Stadtrat hatten die beiden Politiker eine Ausschussgemeinschaft unter anderem mit den Freien Wählern gebildet. Diese war von den Freien Wählern aufgekündigt worden – mit der Begründung eines Rechtsrucks der Bundes-AfD.

Ob man es nun noch einmal zusammen versuchen wird? Das ließ Wächter gestern im Gespräch mit unserer Zeitung offen. „Darüber haben wir noch nicht gesprochen“, sagte er. Jetzt gehe es zunächst einmal um Tagespolitik. Er könne dort künftig freier agieren, weil er keine Rücksicht mehr auf den Landesverband der AfD nehmen müsse. „Wir stellen jetzt Vernunft vor Ideologie“, sagte er. Die Frage ist, was das im Stadtrats-Alltag bedeuten soll. Wächter und Schmude haben in ihrem ersten Jahr im Rathaus keine eigenen Themen gesetzt. Möglich, dass sie sich künftig stärker von den großen Parteien unterscheiden werden – etwa in der Flüchtlingspolitik. Die Zahl der Asylbewerber sei überhaupt nicht mehr mit der von vor der Sommerpause vergleichbar, sagte Wächter. Man müsse über das Streichen freiwilliger Leistungen reden. „Ob wirklich jeder Kochkurs nötig ist.“

AfD-Kritiker glauben nicht, dass die beiden sich unter neuer Flagge vorsichtiger geben werden als bisher. „Sie waren doch immer voll auf Parteilinie“, sagte Grünen-Stadtrat Dominik Krause – und hätten immer wieder Zuspruch vom Neonazi-Stadtrat Karl Richter bekommen.

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