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Münchner Affenpocken-Patient noch lange isoliert: „Das Mittel ist auf dem Weg nach Schwabing“

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Der Münchner Affenpocken-Patient wird im Schwabinger Krankenhaus behandelt
Der Münchner Affenpocken-Patient wird im Schwabinger Krankenhaus behandelt. © Sigi Jantz

Leichtes Aufatmen in München: Der Affenpocken-Patient (26) aus Brasilien, der im Schwabinger Krankenhaus liegt, leidet an der milderen, westafrikanischen Variante. Aber: Mittlerweile sind zwei weitere deutsche Fälle in Berlin diagnostiziert worden.

München - Mehr als 100 Fälle außerhalb Afrikas sind bereits bestätigt. Großbritannien meldet täglich neue Fälle. Wie gefährlich ist das Virus?

Affenpocken: Patienten gelten drei bis vier Wochen als ansteckend

„Eine neue Pandemie haben wir nicht zu befürchten“, sagt der Virologe Gerd Sutter von der Ludwig-Maximilians-Universität in einem Interview. Das liege unter anderem an dem geringeren Ansteckungsrisiko – im Vergleich zu Corona. Affenpocken werden laut Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie am Schwabinger Krankenhaus, über die klassische Schmierinfektion übertragen, etwa durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Belgien hat nun als erstes Land die Affenpocken-Quarantäne eingeführt – für 21 Tage! Patienten gelten etwa drei bis vier Wochen als ansteckend.

Der Affenpocken-Erreger ist in die Risikogruppe drei eingestuft. „Das ist die zweithöchste Sicherheitsstufe“, sagt Infektiologe Wendtner. Schwere Verläufe sind bei gesunden Patienten laut Experten selten. Aber, so Wendtner, bei Patienten mit schwachem Immunsystem sei Vorsicht geboten.

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München: Kontaktpersonen des Münchner Patienten wurden gefunden

Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek berichtete gestern auf Anfrage von Merkur und tz, man habe die Kontaktpersonen des Münchner Patienten ausfindig gemacht, diese seien nun in Quarantäne. „Sie sind derzeit wohlauf.“ Bislang sei kein besonderer Stab für dieses Virus eingerichtet worden. „Dafür gibt es keine Veranlassung. Wir beobachten jede Infektionskrankheit 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Es besteht kein Grund zur Panik.“

Eine Therapiemöglichkeit bei Affenpocken: das Medikament Tecovirimat. Clemens Wendtner: „Das Mittel ist auf dem Weg nach Schwabing – für nicht auszuschließende weitere Fälle.“ Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) betonte unterdessen auch: „Wir müssen in der Öffentlichkeit über das Virus aufklären, für Impfstoff und für Medikamente sorgen.“ nba

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