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Affenpocken nachgewiesen: Patient liegt in Münchner Klinikum - Chefarzt-Statement zum Gesundheitszustand

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Von: Lukas Schierlinger

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Krankenhaus München Schwabing Klinikum Corona
Im Klinikum Schwabing wird ein Patient nach einer Affenpocken-Infektion versorgt (Symbolbild). © Imago Images

Aktuell wird in München ein Patient behandelt, bei dem eine Affenpocken-Infektion offiziell nachgewiesen wurde. Der Chefarzt nimmt Stellung.

Update vom 21. Mai, 13.35 Uhr: Bereits am Freitag hatte Bayerns Gesundheitsminister Holetschek zu dem ersten Fall von Affenpocken in Deutschland Stellung genommen. Derzeit würden die Kontaktpersonen ermittelt. Am Samstag teilte der Gesundheitsminister nun das Ergebnis der näheren Untersuchung des Virus mit. In diesem Fall handelt es sich um eine Infektion mit der milderen westafrikanischen Variante des Virus. Das hat die Genomsequenzierung des Virus am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München ergeben.

Das allgemeine Infektionsrisiko für die Bevölkerung in Bayern wird vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) derzeit als gering erachtet, heißt es.

Erster Fall von Affenpocken in Deutschland: Patient in Schwabinger Schleusenzimmer isoliert

Erstmeldung vom 20. Mai: München - Der erste Fall von Affenpocken in Deutschland wurde am Freitag (20. Mai) offiziell vermeldet. In der Infektiologie der München Klinik Schwabing wird der betreffende Patient aktuell in einem Schleusenzimmer isoliert versorgt. 

Affenpocken in München festgestellt: Patient wird in Klinikum behandelt

„Nachdem der Mann erste Symptome bemerkt hat, begab er sich umgehend in medizinische Untersuchung“, heißt es in einer Pressemitteilung des Klinikums. Ein danach bei der Bundeswehr durchgeführter PCR-Test habe die Infektion bestätigt. Ob es sich um den west- oder zentralafrikanischen Virusstamm handelt, soll nun eine laufende Sequenzierung ergeben. „Der Mann hat mit leichten Schluckstörungen und erhöhter Temperatur geringfügige Symptome“, war der Mitteilung zu entnehmen. Eine spezielle Medikation benötige er derzeit nicht.

Die Unterart des Pockenvirus wurde erstmals 1958 in einem dänischen Labor bei Affen nachgewiesen. Das Virus ist auch auf den Menschen übertragbar. Affenpocken-Infektionen beim Menschen waren bislang vor allem aus Regionen West- und Zentralafrikas bekannt. 2003 ist das Virus erstmals außerhalb des Kontinents nachgewiesen worden. In Europa und Nordamerika waren in den vergangenen Tagen immer wieder Fälle gemeldet worden. Alle Infos zu Symptomen, Übertragung und RKI-Einschätzung zur Affenpocken-Infektion finden Sie in unserem Überblickstext. Bei Erwachsenen verläuft eine Infektion zumeist relativ mild, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. Besonders für eine Gruppe kann es gefährlich werden.

Affenpocken-Patient liegt im Klinikum Schwabing: „Sehr verantwortungsbewusst“

Der Mann war von Portugal über Spanien nach Deutschland eingereist und befindet sich etwa seit einer Woche in der Landeshauptstadt. Bei ihm handelt es sich um einen 26-jährigen Brasilianer. Zuvor soll er sich laut Klinikum auch in Düsseldorf und Frankfurt aufgehalten haben. Clemens Wendtner, Chefarzt der Schwabinger Infektiologie, erläutert: „Dem jungen Mann geht es gut – er hat sich sehr verantwortungsbewusst direkt nach Symptombeginn in medizinische Betreuung begeben, um andere vor einer Infektion zu schützen. Deshalb ist er auch weiter bei uns untergebracht, da wir von einer drei bis vier Wochen andauernden Infektiösität ausgehen.“ Vor knapp zweieinhalb Jahren war „Deutschlands erster Corona-Patient“ ebenfalls im Klinikum Schwabing isoliert worden.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) nahm zum Affenpocken-Fall bereits Stellung: „Derzeit werden durch das Gesundheitsreferat der Stadt München weitere enge Kontaktpersonen ermittelt.“ Diese sollen in der Folge ausführlich über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege aufgeklärt werden.

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