A 380 heißt jetzt „München“ - fliegt aber anderswo

München - Das "allergrößte Baby" von Edith von Welser-Ude ist nicht OB Christian Ude, sondern der Airbus A 380. Die OB-Gattin hat den Vogel jetzt auf "München" getauft - und so sieht er innen aus:

Air-Boss A380 auf den Namen München getauft

Es kann nur eine „München“ geben. Irgendwo zwischen Singapur und Sao Paulo wurde gestern nach 11 890 Flügen der Schriftzug von jener Boeing 747-400 gekratzt, die bisher nach der Landeshauptstadt benannt war. Zeitgleich taufte Edith von Welser-Ude am Flughafen im Erdinger Moos die Airbus A 380.

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Mit der A380 im siebten Himmel

„Ich habe auch schon eine Riesenmaschine im Münchner Wassserwerk und einen U-Bahn-Stollen getauft, aber das hier ist schon mein allergrößtes Baby“, sagte die Gattin des Münchner OB. Vor einigen Prominenten, darunter Willy Bogner und Karl-Heinz Rummenigge, goss sie aus einem 130 Jahre alten Zinnkrug Isarwasser auf die Nase des größten Passagierflugzeugs der Welt. Damit war das Versprechen eingelöst, das die Lufthansa vor zwei Jahren anlässlich des 850. Stadtgeburtstags gegeben hatte.

Mitte Mai war die erste A 380 der Lufthansa in Frankfurt mit Champagner und im strömenden Regen getauft worden. Gestern strahlte der Himmel, und auch die Redner hatten beste Laune. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erklärte, dass Schiffe und Flugzeuge stets weiblich seien. Er werde dennoch „der Airbus A 380“ sagen, „weil mir meine vier Töchter schon reichen“. Selbst über die Luftverkehrsabgabe wollte er nicht streiten. Da könne man in einigen Punkten noch reden, sagte er in Richtung Christoph Franz. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende fürchtet eine „Diskriminierung der deutschen Luftfahrt“ gegenüber der restlichen Welt.

Dass die Kranich-Linie durchaus spendabel sein kann, bewies sie, indem sie die Tickets für die beiden gestrigen Alpenrundflüge zugunsten der betriebseigenen Benefizaktion HelpAlliance verkaufte. Die Tickets kosteten zwischen 99 und 999 Euro. Und da der Riesenvogel über 420 Sitze im Hauptdeck sowie 96 Plätze in der Businessclass und acht in der FirstClass verfügt, kamen 100 000 Euro zusammen, mit denen Bildungsprojekte in der Dritten Welt gefördert werden.

Gegen 13.15 Uhr hob dann die A 380 vor Tausenden Zuschauern erstmals als „München“ in den weißblauen Himmel ab. Sie übernimmt damit die Nachfolge der ehemaligen „München“, einer Boeing 707 (getauft 1960), einer Douglas CC10 (1974) und der Jumbos 747-200 (1982) und 747-400 (1994). Der Airbus A 380 wird aber nicht im regelmäßigen Münchner Linienverkehr zu sehen sein, wie Flughafenchef Michael Kerkloh sagte. Ab 4. August bedient die „München“ die Strecke Frankfurt - Tokio. Das First-Class-Ticket kostet 12 000 Euro.

Im Sommer 2011 wird die A 380 in besonderer Mission für München nach Südafrika düsen. An Bord wird die Olympia-Delegation sein, die am 6. Juli in Durban die Entscheidung über den Ort der Winterspiele 2018 erfährt. „Eigentlich wollten wir das Bewerber-Logo auf den Flieger nehmen“, verriet IOC-Vizepräsident Thomas Bach. Das sei aber an den Richtlinien des Internationalen Olympischen Komitees gescheitert.

Dieter Priglmeir

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