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Wer am Freitag in der Früh am Hohenzollernplatz eine Fahrkarte kaufen wollte, hatte Pech: Aktivisten hatten die Automaten-Bildschirme überklebt. Es wirkte, als seien die Aufkleber amtlich

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft

Aktivisten pappen MVV-Automaten zu - das steckt dahinter

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Diese Aktion ist der Bahnsinn! Was die einen für eine Art lokalpolitischen Befreiungsschlag halten, ist für die anderen schlicht und einfach kriminell.

München - Aktivisten der Kampagne Fahr’ Scheinfrei haben in der Nacht auf Freitag die Bildschirme von 30 MVV-Fahrkartenautomaten überklebt, so dass diese nicht mehr zu bedienen waren. Jetzt ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft…

Die Rädelsführer waren an den U-Bahnhöfen Hohenzollern- und Josephsplatz zugange sowie an Haltestellen von fünf Tramlinien. „Dieser Fahrkartenautomat ist ab sofort außer Betrieb“, war auf den Aufklebern zu lesen. Die großflächigen Sticker behinderten Passagiere beim Fahrkartenkauf. Sie waren im MVV-Design gestaltet, so dass der Eindruck entstehen konnte, es handle sich um offizielle Dokumente.

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Es ist bereits die zweite Aktion der im Januar gegründeten Gruppe. Sie verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kostenlos zu machen. Das sei notwendig, um jene nicht zu diskriminieren, die sich keine Fahrkarten leisten können. Außerdem entlaste ein Gratis-MVV die Umwelt, weil dann mehr Menschen vom Auto auf die Öffentlichen umsteigen würden.

„Wir werten die Automaten-Aktion als Vandalismus“, sagt dagegen MVG-Sprecher Matthias Korte. „Die Aktivitäten der Kampagne erfüllen inzwischen diverse Straftatbestände. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen die Verantwortlichen.“ Korte betont, dass nichts gegen eine offen ausgetragene Debatte über die Finanzierung des Nahverkehrs spreche. „Doch dafür müssten sich die Initiatoren erst einmal zu erkennen geben. Dass sie das nicht tun, spricht für sich…“

Bettina Stuhlweißenburg

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