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Das Radl legt in München zu.

Neue Studie

Mehr Radler und mehr Autos in München unterwegs

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Eine neue Studie zeigt: Immer mehr Münchner nutzen Rad und öffentliche Verkehrsmittel, doch die Zahl der Autos in der Stadt ist nach wie vor hoch - es sind 868.590.

München - Die Münchner legen einer aktuellen Studie zufolge mehr Wege mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurück als noch vor zehn Jahren. Anders sieht es im Umland aus. Dort ist der Anteil des motorisierten Individualverkehrs im Zeitraum von 2008 bis 2017 sogar von 57 auf 58 Prozent gestiegen.

Als „sehr erfreulich“ bewertet OB Dieter Reiter (SPD) das Ergebnis der aktuellen Mobilitätsstudie. Aber im Prinzip besteht für großen Jubel wenig Anlass. Denn selbst wenn sich der Anteil der mit dem Radl zurückgelegten Fahrten im täglichen Verkehr von 14 auf 18 Prozent erhöht hat, sind Münchens Hauptverkehrsstraßen weiterhin permanent verstopft. Der Grund ist einfach: Die Zahl der Autos in der Stadt hat aufgrund des Einwohnerwachstums seit 2008 drastisch von 736 837 auf 868 590 zugenommen – also um 17,88 Prozent. Dazu kommt, dass die Bürger aus dem Umland offensichtlich nicht aufs Auto verzichten wollen oder können. Auch das ist ein Ergebnis der Studie „Mobilität in Deutschland 2017“, die federführend vom Bundesverkehrsministerium erstellt wurde.

„Modal Split“ heißt in der Fachsprache die prozentuale Aufteilung der verschiedenen Hauptverkehrsmittel.

Wolfgang Fischer, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes CityPartner, legt die Statistik daher nicht so positiv aus wie der OB. Der Rückgang der Pkw-Fahrten im MVV-Verbundraum sei marginal, meint er. Auch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung sei erst unlängst zu dem Ergebnis gekommen, dass München „Hauptstadt der Pendler“ ist. 368 000 Arbeitnehmer, die außerhalb wohnen, fahren demnach jeden Tag in die Landeshauptstadt – Tendenz steigend. Davon sind 66 Prozent mit dem Auto unterwegs. Zur Lösung der Verkehrsprobleme seien ganzheitliche Konzepte notwendig, sagt Fischer. Reiter verweist indes darauf, dass die Stadt einen groß angelegten Ausbau des Nahverkehrs- und Radwegenetzes beschlossen habe.

14.410 zufällig ausgewählte Haushalte befragt

Ein Jahr lang wurden für die aktuelle Studie 14.410 zufällig ausgewählte Haushalte zu ihrem alltäglichen Verkehrsverhalten befragt, 8195 davon in München. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs ist in den vergangenen zehn Jahren von 37 auf 34 Prozent zurückgegangen, im gesamten MVV-Raum jedoch nur von 47 auf 46 Prozent. Die ÖPNV-Quote ist in der Stadt von 21 auf 24 Prozent gestiegen, im MVV-Raum von 15 auf 18 Prozent. Rückläufig ist der Anteil der Fußgänger, von 28 auf 24 beziehungsweise von 25 auf 21 Prozent. Weiteres Ergebnis der Untersuchung: Ein Fünftel der Münchner Erwachsenen besitzt mittlerweile eine Carsharing-Mitgliedschaft, aber nur drei Prozent der Umlandbevölkerung.

MVV-Geschäftsführer Alexander Freitag sagte zu der Studie: „Die Ergebnisse entsprechen den seit Jahren stetig wachsenden Fahrgastzahlen. Die Steigerungen im Umweltverbund zeigen auch, dass eine Bereitschaft der Bevölkerung besteht, sich umweltfreundlich fortzubewegen.“ Daher sei es wichtig, die entsprechende Infrastruktur zu schaffen, um das Potenzial auch nutzen zu können. MVG-Chef Ingo Wortmann sagte, der höhere ÖPNV-Anteil und die Zahl der Carsharing-Nutzer stimme positiv. „Das sind wichtige Bausteine auf dem Weg zu einem besseren Stadtklima.“

Lesen Sie auch: Kostenexplosion! Münchner S-Bahn-Tunnel wird zum Milliardengrab

Und: Der große Umland-Vergleich: Für wen sich Pendeln wirklich auszahlt

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