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Die Münchner Klinik GmbH - hier das Krankenhaus Bogenhausen - hat Geldprobleme.

Alarm! Den Münchner Kliniken geht das  Geld aus

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München - Das städtische Klinikum ist in akute Geldnot geraten. Es gilt nicht einmal als sicher, dass ab November die Gehälter der Ärzte und Pflegekräfte noch voll bezahlt werden können. Demnächst stehen "harte Entscheidungen" an, heißt es.  

Der Patient schien schon auf dem Weg der Besserung zu sein: Nach dem Hygiene-Skandal um OP-Besteck an der städtischen Krankenhäusern Bogenhausen und Neuperlach im Sommer vergangenen Jahres sollte recht schnell alles wieder gut werden. Die Krise sei überwunden, versicherte Klinik-Finanzchef Franz Hafner zuversichtlich Mitte Oktober. Fast ein Jahr ist seitdem vergangen - doch mittlerweile steht fest, dass der kommunale Verbund von fünf Krankenhäusern schon wieder mit massiven Problemen zu kämpfen hat: Es ist einfach viel zu wenig Geld in der Kasse.

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Bei einem Treffen des Aufsichtsrats der Klinik GmbH am Freitag legte die neue Klinik-Chefin Elisabeth Harrison Zahlen vor, die wenig erfreulich sind. Nach Informationen des Münchner Merkur könnte das Defizit in diesem Jahr auf mehr als 43 Millionen Euro steigen. Selbst wenn es optimal läuft - was kaum einer glaubt - soll das Minus des Konzerns mehr als 23 Millionen Euro betragen. Die Liquidität schrumpft. Mittlerweile, so heißt es, ist nicht einmal mehr klar, ob ab November die Gehälter der Ärzte und des Pflegepersonals in vollem Umfang ausgezahlt werden können. Auch ob die Angestellen Weihnachtsgeld bekommen, ist plötzlich fraglich.

Minus von mindestens 23 Millionen Euro

Weil der Kreditrahmen bei der Stadtsparkasse zu eng werden könnte, wenn es weiter schlecht läuft, arbeitet das zuständige Gesundheitsreferat an einem Notfallplan: Die Stadt soll einspringen und die Liquidität sichern - eventuell mit einem Darlehen oder mit einem Zuschuss für das Eigenkpital des Klinikums.

Bei der Diagnose der Finanz-Issufienz sind sich die Verantwortlichen relativ einig. "Wir haben zu viel Personal", sagt der Aufsichtsratschef der Klinik-GmbH, Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne), um dann zu konkretisieren: in der Verwaltung und im ärztlichen Bereich. In der Pflege, so heißt es, herrscht dagegen eher Personalnmangel.

Doch es gibt noch ein anderes Problem: Zwar stimmen die Fallzahlen, jedoch nicht die Schwere der Fälle. Sprich; Wer ein kleineres Problem hat, geht in die städtischen Krankenhäuser Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing oder an der Thalkirchner Straße. Patienten mit schwereren Leiden lassen sich lieber woanders behandeln.

"Das macht deutlich, dass harte Entscheidungen getroffen werden müssen", sagt Monatzeder. Man müsse sich überlegen, ob man die verschiedenen medizinischen Angebote in allen Häusern vorhalte. Dennoch wolle er alle Standorte erhalten.

Zugleich nahm Monatzeder Klink-Chefin Harrison in Schutz, die im Februar das Ruder übernommen hatte, nachdem drei Geschäftsführer wegen des Hygiene-Skandals ihren Hut nehmen müssen.  "Frau Harrison findet diese Situation vor", erklärte Monatzeder. Sie wolle jetzt Konsequenzen ziehen - und der Aufsichtsrat müsse mitmachen.

Bereits im Oktober sollen dem Gremium Vorschläge unterbreitet werden. Alles Voraussicht nach wird es dabei auch um Personalabbau unter den 8600 Beschäftigten des Klinikums gehen.

Derweil kämpft das Klinikum noch an einer anderen Front. Während die Krankenhäuser Bogenhausen und Neuperlach noch unter Einbußen wegen des Hygiene-Skandals leiden, soll der wegen der Misere gechasste Geschäfsführer Reinhard Fuß nun eine Abfindung erhalten. In einem gerichtlichen Vergleich wurden 100 000 Euro vorgeschlagen. Der Aufsichstrat des Klinikums hat dies mehrheitlich akzeptiert, Fuß noch nicht. "Wir haben von den Forderungen nur 16 Prozent zugestanden", verteidigte Monatzeder den Beschuss. Der Chef der Rathaus-CSU, Josef Schmid, zeigt sich, ansprochen auf den Deal, nicht erfreut. "Das ist ein fatales Signal, weil die Verfehlungen des Herrn Fuß auf der Hand liegen." Es gebe hier keinen Spielraum, einen Vergleich einzugehen.

Matthias Kristlbauer

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