1. Startseite
  2. Lokales
  3. München
  4. Stadt München

Urteil gesprochen: Drei Jahre Knast für Schuhbeck! Richterin gibt knallharte Begründung

Erstellt:

Von: Lucas Sauter-Orengo, Andreas Thieme

Kommentare

In München wurde das Urteil um Alfons Schuhbeck verkündet. Dem Star-Koch wurde Steuerhinterziehung vorgeworfen, er selbst legte kürzlich ein Geständnis ab.

Urteil gesprochen: Knast für Schuhbeck! Richterin lässt keine Gnade walten

Update von 15.01 Uhr: Das Urteil im Prozess um Alfons Schuhbeck ist gesprochen: Drei Jahre und zwei Monate ohne Bewährung, verkündet Richterin Andrea Wagner in Saal 134. Für Wagner hatten die Geständnisse Makel, es sei „kein normaler Gastro-Fall“. Es handle sich um Steuerhinterziehung über einen sehr langen Zeitraum und in erheblichem Umfang. Andrea Wagner spricht außerdem von „hoher krimineller Energie“, die Trümmer seines Lebens habe er selbst verschuldet.

„Der Griff in die Kasse ist kein kaufmännischer Fehler, sondern eine Straftat“, so Wagner weiter. Schuhbeck habe außerdem „keinerlei Schadenswiedergutmachung geleistet“. Für Mittäter Jürgen W. lautet das Urteil ein Jahr auf Bewährung. Damit ist die Verhandlung beendet.

Alfons Schuhbeck muss für drei Jahre und zwei Monate hinter Gitter.
Alfons Schuhbeck muss für drei Jahre und zwei Monate hinter Gitter. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Update von 14.22 Uhr: Bange Momente im Justizpalast. Im Augenblick wartet Alfons Schuhbeck im Flur neben Saal 134, der im Augenblick abgesperrt ist. Medienvertreter und Zuschauer befinden sich im Erdgeschoss, bis es um 15 Uhr wieder weitergeht.

Alfons-Schuhbeck-Urteil wird gleich verkündet - Star-Koch wirkt angeschlagen

Brisant: Wie bereits berichtet, wurde im Laufe der Verhandlungen auch deutlich, dass der Prozess den Starkoch schwer belaste. Darauf wiesen auch seine Verteidiger im Prozess erneut hin. Fotos zeigen Schuhbeck deutlich niedergeschlagen- wie nach einer verlorenen Schlacht.

Das Urteil im Prozess um Alfons Schuhbeck wird heute in München erwartet.
Das Urteil im Prozess um Alfons Schuhbeck wird heute in München erwartet. © Alfons Schuhbeck steht vor Prozessbeginn als Angeklagter neben seinem Rechtsanwalt Sascha König im Gerichtssaal im Landgericht München I

Schuhbeck-Urteil in Kürze erwartet: Staatsanwältin fordert vier Jahre Knast

Update von 13.49 Uhr: Jetzt spricht die Verteidigerin des Mit-Angeklagten Jürgen W: „Die Verhandlung hätte ohne das Geständnis von Jürgen W. „einen anderen Verlauf genommen“, so Barbara Kaniuka. Jürgen W. wird für einen Teil der Steuerschuld von Schuhbeck in Haftung genommen, dabei geht es in Summe um über eine Million Euro, die auch er zurückzahlen muss. Es sind Beträge, die er nie im Leben wird aufbringen können“, heißt es, da Jürgen W. kurz vor der Rente stehe. Dann hat Alfons Schuhbeck das letzte Wort: „Ich weiß, dass es falsch war, was ich getan habe. Kann heute nur versuchen, den Schaden wiedergutzumachen und die Verantwortung zu übernehmen.“

Ich weiß, dass es falsch war, was ich getan habe. 

Alfons Schuhbeck

Das Urteil wird um 15 Uhr erwartet.

Update von 13.29 Uhr: Nun sprechen die Verteidiger König und Gotzens. „Es war nicht geklärt, wie hoch der hinterzogene Betrag genau ist, die Beträge aus der Südtiroler Stuben wurden nur geschätzt. Herr Schuhbeck hat einen Schlussstrich gezogen und die Verantwortung übernommen. Er ist schon seit Jahren in die Steuerehrlichkeit zurückgekehrt,“ heißt es in Saal 134. Und weiter: „Das Geld zur Schadenswiedergutmachung sollte am Vormittag eingehen, was nicht passiert ist. Ein millionenschwerer Investor sprang kurzfristig ab.“ Die Forderung der Verteidiger: eine „bewährungsfähige Strafe“.

Verteidiger Gotzens erinnert an Lebensleistung des 73-Jährigen: „Ein nicht vergleichbarer Meister“ Schuhbeck habe immer nur „aufgebaut“, die kaufmännische Seite aber „vergessen“.

Schuhbeck-Urteil in Kürze erwartet: Showdown in München - Staatsanwältin fordert vier Jahre Knast

Update von 13.10 Uhr: Alfons Schuhbeck wirkt in Saal 134 ernüchtert, als hätte er aufgegeben. Die Anwälte erklären, dass eine Schadenswiedergutmachung nicht geklappt hätte. Ein deutscher Investor hatte sich gemeldet. Er hätte sich bereit erklärt, alle Schulden zu übernehmen. Keine einzige der 50 Zahlungszusagen wurde aber eingehalten, heißt es weiter.

Richterin Andrea Wagner im Gerichtssaal im Landgericht München.
Richterin Andrea Wagner im Gerichtssaal im Landgericht München. © Matthias Balk/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Schuhbeck-Urteil erwartet: „Sehr schwere Steuerhinterziehung“

Nun werden die Plädoyers verlesen. Die Staatsanwältin beginnt und spricht von „sehr schwerer Steuerhinterziehung.“ Schuhbeck habe mit Behörden kooperiert, insgesamt gäbe es 21 Fälle der Hinterziehung. Das Geständnis schätzt sie als „taktisch motiviert“ ein. Gegen ihn spreche der sehr lange Tatzeitraum und die hohen Beträge. Der Fall habe hohe kriminelle Energie. Die Staatsanwältin spricht von „professionellem, planmäßigem Vorgehen“. Jeder einzelne der 21 Fälle könne mit 6 Monaten bis 10 Jahren bestraft werden. Die Staatsanwältin fordert: vier Jahre und zwei Monate Knast für Schuhbeck.

Update von 12.57 Uhr: „Wenn Ihrem Mandanten einfällt, wie viel er täglich entnommen hat, würde das helfen. Sonst müssen wir ihn schätzen“, sagte die Richterin vor der Pause. Knapp anderthalb Stunden hatte Alfons Schuhbeck Zeit, sich in der Mittagspause darüber Gedanken zu machen. Um 12:50 Uhr erklärte er schließlich: „Habe die Bedenken meiner Anwälte heute Vormittag gehört, aber ich möchte die volle Verantwortung übernehmen. Deshalb habe ich meine Anwälte gebeten, den Bedenken nicht mehr nachzugehen.“ 

Schuhbeck-Urteil in Kürze erwartet - Mitarbeiter-Brief verlesen: „Lassen Sie bitte Milde walten“

Anschließend wird überraschend ein Brief der Mitarbeiter Schuhbecks aus der Südtiroler Stubn verlesen. Dort heißt es: „„Lassen Sie bitte Milde walten. Wir haben Alfons Schuhbeck als harten Hund kennengelernt, schließlich haben seine Produkte höchsten Qualitätsanspruch. Andererseits haben wir ihn aber auch als Menschen schätzen gelernt, weil er uns gezeigt hat, wie die Produktionsabläufe besser gehen. Er hatte für uns immer ein offenes Ohr. Wir möchten unseren Alfons nicht verlieren.“ 

Alfons Schuhbeck im Landgericht München I.
Alfons Schuhbeck im Landgericht München I. © Matthias Balk/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Update von 12.45 Uhr: Alfons Schuhbeck befindet sich wieder im Saal, die Verhandlung geht jeden Moment weiter. Dann soll der Starkoch nochmals eine Erklärung verlesen. Es ist davon auszugehen, dass das Urteil in Kürze gesprochen wird.

Schuhbeck droht heute der Knast: Heftiger Streit im Gerichtssaal - Urteil in Kürze erwartet

Update von 11.52 Uhr: Alfons Schuhbeck hat sich im Augenblick mit seinen Verteidigern zurückgezogen, um nochmals die vorgetragenen Zahlen, sowie die Lage zu sortieren. Im Anschluss geht es in Saal 134 weiter, wo in Kürze das Urteil von Richterin Dr. Andrea Wagner erwartet wird.

Update von 11.34 Uhr: Für die Verteidiger Schuhbecks ist ein Urteil am heutigen Donnerstag unrealistisch. „Bei all dem, was wir heute noch auf dem Programm haben, ist ein Urteil heute unrealistisch.“ Richterin Wagner sieht die Sachlage allerdings völlig anders und meint daraufhin: „Also, wir haben nichts mehr auf dem Programm.“ Damit dürfte klar sein: Das Urteil für Alfons Schuhbeck wird nach aktuellem Stand der Dinge heute gesprochen werden.

Wegen einer anderen Veranstaltung muss der Saal heute um 15 Uhr leer sein. Somit ist eine Urteilsverkündung um den Mittag herum zu erwarten.

Schuhbeck-Urteil live: Richterin Wagner spricht Machtwort

Update von 11.03 Uhr: Richterin Dr. Andrea Wagner spricht jetzt ein Machtwort: „Selbst mit einzelnen Korrekturen sehen wir fast jeden Tag erhebliche Beträge, die in den Bilanzen fehlen.“ Es geht dabei weiterhin um die Südtiroler Stubn. Teilweise sein 6000 Euro Einnahmen pro Tag nicht erklärt worden, „Wir haben einen ganzen Tag mit diesen Zahlen zugebracht“, so Wagner weiter. Im Schnitt soll Schuhbeck sechs Rechnungen am Tag gefälscht haben - meist am Wochenende. Die Chancen auf ein mildes Urteil scheinen in diesen Augenblicken für Schuhbeck nicht zu steigen.

Update von 10.30 Uhr: Im Gerichtssaal ist jetzt ein heftiger Streit entbrannt. Ein Zeuge, damals Sommelier in der „Südtiroler Stubn“, hatte die Abrechnungsvorgänge und Bonierungen im Lokal erklärt und dabei sämtliche Vorgänge und Zahlen erläutert. Außerdem berichtet er, dass Schuhbeck etliche Rechnungen für Stammgäste um bis zu 30 Prozent rabattiert haben soll. Die Richterin rechnete anschließend im Saal nochmal die Summen nach, insgesamt 304 Lücken gebe es etwa im Jahr 2010. An 137 Tagen würden sechs oder mehr Rechnungen gefehlt haben. Daraufhin protestieren die Verteidiger Schuhbecks: „Mathematisch ist das nicht korrekt“, so der Wortlaut.

Alfons Schuhbeck kommt vor Prozessbeginn als Angeklagter mit seinen Rechtsanwälten Sascha König (2. v. r.) und Markus Gotzens (l) in den Gerichtssaal im Landgericht München I
Alfons Schuhbeck kommt vor Prozessbeginn als Angeklagter mit seinen Rechtsanwälten Sascha König (2. v. r.) und Markus Gotzens (l) in den Gerichtssaal im Landgericht München I © Foto: Matthias Balk/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Schuhbeck kommt mit blauem Sakko und Sneakers in den Saal - Starkoch droht der Knast

Update von 9.40 Uhr: Um 8.57 betrat Alfons Schuhbeck im blauen Sakko und Sneakern den voll besetzten Saal 134 des Justizpalasts. Insgesamt 60 Zuschauer und Medienvertreter verfolgen den Strafprozess heute live in München. Schuhbeck steht an diesem Morgen zu Beginn minutenlang zwischen seinen Anwälten Markus Gotzens und Sascha König den Fotografen und Videokameras gegenüber. Um 9:02 Uhr beginnt dann die Verhandlung. 

Erstmeldung vom 27. Oktober 2022

München - Es wird ernst für Alfons Schuhbeck. Am heutigen Donnerstag, den 27. Oktober, entscheidet sich, ob der Star-Koch wegen Steuerhinterziehung hinter Gitter muss. Zuletzt hatte der Fernsehkoch erst ein Teil-Geständnis, dann ein volles Geständnis abgelegt. „Mit Leib und Seele Koch, aber kein guter Kaufmann“, sagte der 73-Jährige etwa über sich selbst vor dem Landgericht München I, das heute das Urteil fällen wird.

Alfons Schuhbeck: Urteil heute in München erwartet - Gefängnis droht

Schuhbeck wird vorgeworfen, unter anderem mithilfe eines Computerprogramms Einnahmen am Finanzamt vorbeigeschleust zu haben. Dabei geht es insgesamt um mehr als 2,3 Millionen Euro an Steuern, die der Starkoch so zwischen 2009 und 2016 im „Orlando“ und den „Südtiroler Stuben“ hinterzogen haben soll. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Alfons Schuhbeck verurteilt wird, ist nicht niedrig. Der Bundesgerichtshof entschied im Jahr 2012, dass ab einer Steuerhinterziehung von einer Million Euro bereits Freiheitsstrafe ohne Bewährung drohe.

Starkoch Alfons Schuhbeck auf dem Weg in den Gerichtssaal.
Starkoch Alfons Schuhbeck auf dem Weg in den Gerichtssaal. © Sigi Jantz

Urteil für Alfons Schuhbeck: Stark-Koch droht Gefängnis

Im Falle einer Verurteilung müsste Schuhbeck wohl in das Gefängnis nach Landsberg, das für Ersttäter vorgesehen ist. Auch Uli Hoeneß saß etwa dort ein. Der Gerichtssaal in München ist bis auf den letzten Platz gefüllt, am Mittag wird dann das Urteil erwartet. Wir halten Sie hier über alle Entwicklungen auf dem Laufenden.

Auch interessant

Kommentare