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Im Mordfall Aline K. wird diese Woche das Urteil erwartet.

Landgericht München

Aline K. und Inge W.: Zwei Münchner Mordfälle vor Gericht

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München - Vor dem Landgericht München werden in der kommenden Woche zwei Mordfälle verhandelt. Der Mord an der damals 30 Jahre alten Aline K. und der Mord an der Rentnerin Inge W.. 

Schon seit Mitte September steht der Lebensgefährte von Aline K. vor Gericht. Der 30 Jahre alte Wachmann hat zugegeben, seine Freundin im Herbst 2015 getötet zu haben. Ihre Leiche wurde nach wochenlanger Suche im Westen von München gefunden.

Der Angeklagte hat zugegeben, die junge Frau erwürgt zu haben. Er sprach von einer „schrecklichen Kurzschlusshandlung“ und berief sich auf massive psychische Probleme. Schluchzend schilderte er, wie er seiner ein Jahr älteren Lebensgefährtin, mit der er zwölf Jahre lang zusammen gewesen war, die Hände um den Hals legte, weil er herausgefunden hatte, dass sie ein Verhältnis mit einem Arbeitskollegen hatte. Als er das erfahren habe, sei bei ihm die Sicherung durchgebrannt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Mord aus Heimtücke und niederen Beweggründen vor. Am Freitag soll das Urteil fallen.

Zweiter Prozess wegen Mord an Inge W.

Inge W. aus dem Glockenbachviertel wurde wegen einer Uhr und etwas Bargeld getötet. 

Ab Dienstag geht es für Roman H. (39) um alles: Vor dem Landgericht muss er sich wegen Mordes verantworten – bereits zum zweiten Mal. Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher, dass der gelernte Schweißer die 79-jährige Inge Wittersheim niedergeschlagen und erdrosselt hat – nur, um ihr Bargeld und eine Uhr zu stehlen. In ihrer Wohnung am Gärtnerplatz fanden Ermittler DNA-Spuren von Roman H., der Mord konnte ihm aber nie nachgewiesen werden. Im April 2015 sprach ihn das Landgericht frei. Doch der Bundesgerichtshof (BGH) kippte das Urteil vergangenen Dezember und bemängelte, die Spuren seien nicht ausreichend gewürdigt worden. Jetzt wird der Prozess vor einer anderen Strafkammer des Landgerichts neu aufgerollt.

Entscheidendes Indiz sind die DNA-Spuren von Roman H. in der Wohnung der Seniorin: Er hatte ihr einige Male im Haushalt geholfen. Dort soll er sie auch ermordet haben. Schon der Zeitpunkt für die mutmaßliche Tat ist aber strittig: Die Staatsanwaltschaft grenzt ihn zwischen dem 4. und 10. Oktober 2013 ein. Wahrscheinlich geschah der Mord am Abend des 4. Oktober oder in den Stunden danach. Ob es tatsächlich Roman H. war, muss Richter Stephan Kirchinger nun klären. Er steht vor dem Problem, dass die Beweislage unklar ist. „Es kommt ganz entscheidend darauf an, wie das Gericht die DNA-Spurenlage wertet“, sagt Verteidiger Tom Heindl.

Sollte das Gericht Roman H. freisprechen, muss er umfangreich für die sechs Monate in Untersuchungs-Haft entschädigt werden. Wird er verurteilt, dann hieße das, dass ein Mörder seit April 2015 anderthalb Jahre lang auf freiem Fuß war. So oder so: Das Urteil wird endgültig sein. Es soll Ende Februar fallen.

mit Material von dpa

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