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Bei dem Unfall in der Nymphenburger Straße verlor Ruza ihr Leben.

Verkehrsstatistik für 2016

Alle 9 Minuten ein Unfall: Die Gesichter hinter den Zahlen

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München bleibt die verkehrssicherste Stadt Deutschlands. Trotzdem passiert im Schnitt alle neun Minuten ein Unfall. Erfreulich: Die Zahl der Verkehrstoten ist 2016 gesunken. Wir erinnern an drei tragische Fälle.

München - Im Schnitt hat es im vergangenen Jahr auf Münchens Straßen alle neun Minuten gekracht. Fast 55.000 Unfälle gab es, bei 60 Prozent davon blieb es bei Blechschäden. Im bundesweiten Vergleich mit anderen Großstädten ist München nach wie vor am verkehrssichersten. Und die Wahrscheinlichkeit, in unserer Stadt in einen Unfall verwickelt zu werden, ist so gering wie schon lange nicht mehr. Trotzdem kamen im vergangenen Jahr 19 Menschen auf unseren Straßen ums Leben.

Polizeivizepräsident Werner Feiler eröffnete die Vorstellung des Verkehrsberichts mit einer beeindruckenden Zahl. Im Jahr 1979 etwa verloren 220 Menschen bei Verkehrsunfällen in München und Umgebung ihr Leben. Fast 40 Jahre später sind es 200 Todesopfer weniger. „Das liegt an der Gurtpflicht, die es damals noch nicht gab. Aber auch unsere Autos werden immer sicherer, und die Medizin macht Fortschritte“, sagte Werner Feiler. Trotzdem sei jeder Verkehrstote auf unseren Straßen einer zu viel.

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass beinahe die Hälfte der tödlich verunglückten Personen Fußgänger (9) waren. Vier Menschen kamen in einem Pkw ums Leben. Unter den weiteren sechs Toten sind vier Radfahrer und zwei Motorradfahrer.

Über besonders schlimme Schicksale hat die tz auch im vergangenen Jahr ausführlich berichtet. Die Geschichten zu den tragischen Unfällen lesen Sie unten – auch die von Ruza (†25), die bei einer Massenkarambolage starb.

Erfreulich: die gesunkene Zahl der Verletzten (-2,3 Prozent) und Schwerverletzten (-4 Prozent). Auch Unfälle im Zusammenhang mit Alkohol gingen zurück. Hier waren es sogar 12,4 Prozent weniger. Dafür geben immer mehr Auto- und Motorradfahrer zu viel Gas und verursachen teils schwere Unfälle – ein Plus von satten 21,1 Prozent. Im Vergleich zu 2015 waren im vergangenen Jahr weniger Radfahrer (-1,9 Prozent) an Unfällen beteiligt, dafür aber mehr Fußgänger (+5,1 Prozent). Erschreckend: Bei einem Viertel aller Unfälle machen sich die Verursacher einfach aus dem Staub.

Als häufige Unfallursachen nannte Feiler den „toten Winkel“ und Ablenkung durch Smartphones und Kopfhörer.

Die tragischsten Fälle im vergangenen Jahr

  • Am 14. Oktober raste ein Rentner (86) mit seinem Mercedes ungebremst in einen Stau an der Nymphenburger Straße. Die junge Ruza (†25) starb in ihrem Ford Fiesta.
  • Rentner Christian D. (†76) wollte am Abend des 5. Oktober einen Spaziergang machen. Ein Lieferwagen erfasste ihn an der Tegernseer Landstraße und verletzte ihn tödlich.
  • Susa L. (†30) hatte es an jenem Abend des 26. Oktober sehr eilig. An der Dachauer Straße überquerte sie die Gleise, übersah dabei aber eine Tram. Die Erzieherin starb noch am Unfallort.

Johannes Heininger

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