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Der Sonnenuntergang in München genießt sich besser zu zweit. 

Wo es sich gut flirten lässt

Allein in der großen Stadt: Sechs Münchner Singles erzählen

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Sechs Münchner Singles erzählen aus ihrem Leben - und verraten die Top-Flirt-Orte in der Stadt. 

München - Sommer in der Stadt! Das heißt: Baden an der Isar, Leckereien in der Eisdiele, Wander- und Radl-Touren. Am meisten Spaß macht das zu zweit. Aber was, wenn es die große Liebe nicht gibt? Wenn man mitten im Trubel der großen Stadt ganz allein ist? Wir lassen es uns erzählen. Für den großen Single-Report haben wir mit sechs Alleinstehenden gesprochen. Sie haben uns erzählt, wie sie ihre Zeit verbringen, was ihnen wichtig ist und wo in der Stadt sie am liebsten unterwegs sind. 

Die sechs hier: Wir haben sie gefunden auf der Internet-Seite muenchnersingles.de. Die „Müsis“, wie sich die Internet-Gemeinde der über 60.000 registrierten Nutzer nennt, suchen mehr als nur den Partner fürs Leben. Eine Umfrage des Portals zeigt unter anderem, wo man in den Sommermonaten die meisten Singles trifft. 

Dabei zeigt sich: Über die Hälfte der Befragten (57 Prozent) nutzen die sonnigen Stunden für ausgiebige Biergartenbesuche. Kein Wunder: An warmen Tagen sind freie Tische die Ausnahme – da muss man bei (zunächst) Fremden um ein Platzerl bitten. Mit etwas Glück springt dabei sogar noch eine nette Bekanntschaft heraus. Ebenfalls hoch im Kurs bei den Müsis: Baden an den zahlreichen Seen in der Umgebung. Aber auch in Eisdielen ist die Wahrscheinlichkeit für aufregende Flirts hoch...

Die Auswahl wird immer kleiner

John Iaconiello (46), Verkäufer aus Moosach: In seinem Namen schwingt italienische Leichtigkeit – John Iaconiello ist trotzdem Münchner mit Leib und Seele. Sein Papa kam einst als italienischer Gastarbeiter. Zurück in seine Heimat? Das kommt für den 47-jährigen Verkäufer aber nicht infrage. Er sagt: „Urlaub mache ich dort jederzeit, aber leben lässt es sich doch im schönen München viel besser.“ Dazu fehlt John nur noch die passende Partnerin. Verheiratet war er noch nicht, dafür hat er einen Sohn (10). „Er lebt bei seiner Mama, dafür verbringe ich viele Wochenenden mit ihm“, sagt John. Ein zweites Kind möchte er aber nicht. Und genau da liegt oft das Problem: Bei den Münchner Singles hat er viele Gelegenheiten, Frauen kennenzulernen. „Die meisten wünschen sich aber ein Kind“, weiß John. Die Auswahl werde damit auf ganz natürliche Weise immer kleiner…

Münchner Singles - John Iaconiello aus München

Ich will tolle Menschen treffen

Carsten Hölmer (47), Logistikleiter aus Pfaffenhofen: Vor eineinhalb Jahren kam Carsten Hölmer aus dem Ruhrgebiet nach Bayern. Im Gepäck: „eine große Portion Angst vor dem typischen Mia-san-Mia-Gefühl“, erinnert sich der 47-Jährige. Und jetzt: „Alles Quatsch“, sagt er. „Die Vorurteile habe ich schnell vergessen. Ich fühle mich wohl in meiner neuen Heimat.“ In Pfaffenhofen pflegt er ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn. Nach München fährt er, um sich mit anderen Singles zu treffen. „Ich war überrascht, wie schnell man ganz ungezwungen ins Gespräch kommt“, sagt Carsten. Zuletzt wollte er eigentlich am Donnerstag das Feuerwerk am Olympiasee anschauen, da war’s ihm dann aber wegen des Gewitters doch zu nass. Ansonsten spielt der gebürtige Düsseldorfer gerne Badminton oder Tischtennis. Was er sucht: „Natürlich eine Frau, in erster Linie aber tolle Menschen.“

Humor und Intelligenz

Marlies Schröder (50), Arzthelferin aus Grafing: Als Marlies Schröder, ursprünglich aus Augsburg, in München das erste Mal Kontakte knüpfen wollte, besuchte sie einen VHS-Kurs. Motto: Singles erkunden München. Am Ende saß die zweifache Mutter in einer schummrigen Pizzeria mit „merkwürdigen“ Leuten. „Das war ganz furchtbar“, sagt Marlies. Umso erleichterter war sie, als sie von den Münchner Singles hörte. Seit zwei Jahren nimmt sie an gemeinsamen Frühstücks-Treffen teil, besucht Tanz-Abende oder fährt zum Wandern in die oberbayerischen Berge. Marlies veranstaltet sogar selbst Events: Alle drei Wochen organisiert sie – beispielsweise in Gittis Waldwirtschaft in Haar – einen Schafkopfabend. Ein neuer Mann in ihrem Leben sollte zwei Dinge haben. „Humor und Intelligenz“, sagt Marlies. Die größten Hürden: Ihre beiden Söhne (16, 17). Die wollen nur das Beste für die Mama.

Münchner Singles - Marlies Schröder aus München

Brauche keinen Adonis

Renate Simon (56), Eventmanagerin aus Weßling: Sie hat ihre vier Kinder allein großgezogen, ist inzwischen stolze zweifache Oma und strotzt nur so vor Lebensfreude. Renate Simon weiß ganz genau, was sie will – ihr geht es nicht nur um die inneren Werte. „Ich brauche keinen Adonis“, stellt die Weßlingerin klar. „Aber gepflegt soll er schon sein.“ Warum es seit 2009 nicht mit einer neuen Liebe geklappt hat? Viele Männer würden sich im Alter zunehmend gehen lassen. Was Renate braucht, sei eine starke Schulter, jemanden, mit dem sie reden könne. Ihre Ansprüche herunterschrauben, nur um nicht alleine zu sein, will sie aber nicht. Dafür hat sie zwei Katzen. Für Stubentiger sollte der Zukünftige sowieso ähnliche Zuneigung verspüren. In der Freizeit radelt Renate gerne zum Baden und Spazieren an den Weßlinger See – den hat sie quasi vor der Haustür.

Münchner Singles - Renate Simon aus Weßling

Gefällst du nicht, bist du weg

Petra Berglar (52), Mediendesignerin aus Solln: Weil Petra Berglar nichts mehr nervt als Oberflächlichkeit, hat sie sich vor fünf Jahren den Müsis angeschlossen. Herkömmliche Partnerbörsen würden die Optik viel zu sehr in den Vordergrund stellen, meint die 52-Jährige. „Das ist wie im Katalog: Gefällst du nicht, bist du weg.“ Gerade die vielen unterschiedlichen Events, die von den Münchner Singles organisiert werden, würden den Alleinstehenden mehr Zeit einräumen, um wirklich interessante Menschen kennenzulernen. Petra nutzt die Müsis auch, um ihren Horizont zu erweitern. „Ich bin aufgeschlossen für Neues, da kommt man auf viele Ideen.“ Als ihre Freunde Familien gründeten, bereiste sie die Welt und gab in Asien, Afrika, Australien oder in der Südsee Tauchkurse. Heute radelt sie durch die bayerischen Berge: ­Petra ist sesshaft geworden.

Münchner Singles - Petra Berglar aus München

Die Größe schreckt viele Männer ab

Marion van Bebber (51), Requisiteurin aus Neuhausen: Marion van Bebber, 51 Jahre alt, Rheinland-Frohnatur, ist nicht nur eine große Frau (1,80 Meter) – sie hat auch große Lust, etwas zu erleben. Schon ihr Beruf verspricht Zündstoff. Am Staatstheater arbeitet sie als Pyrotechnikerin und hantiert schon mal mit Waffen (natürlich Attrappen). Weil das Gärtnerplatztheater seine große Umbauphase durchmacht, musste Marion mit ihrem Team auf 20 Ersatzspielstätten ausweichen. Sie sagt: „Da habe ich die Stadt gut kennengelernt.“ Aber auch in ihrer Freizeit muss sich was rühren. Weil ein privat geplanter Urlaub platzte, schloss sich Marion einer Reise durch das Baltikum an – mit den Münchner Singles. 6500 Kilometer im 30 Jahre alten VW-Bus durch Polen, Litauen und Skandinavien. Den Richtigen kennenlernen, ist trotzdem nicht so einfach, denn: „Die Größe schreckt viele ab.“

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