Alpha-Klinik: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Chefs

München - Chefärzte werden der Unterschlagung und Insolvenzverschleppung verdächtigt – Zivilprozess soll am 13. Februar beginnen

Jetzt dürften die drei streitsüchtigen Ex-Chefärzte der Alpha-Klinik, die seit ihrer Insolvenz von der Heidelberger Atos-Klinik geführt wird, noch einmal richtig Ärger bekommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Professor Jürgen Toft, Dr. Thomas Hoogland und Drs. Horst Dekkers, unter anderem wegen Unterschlagung und Insolvenzverschleppung.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat auf Anfrage bestätigt, dass die Mediziner im Verdacht stehen, Klinikgelder für sich persönlich vereinnahmt zu haben. Dabei handelt es sich um Geld, das Patienten – neben dem Honorar für die Operateure für die erbrachten ärztlichen Leistungen – für die Unterkunft und Pflege in der Privatklinik bezahlt haben. Neben der strafrechtlichen Ermittlungen hat außerdem Insolvenzverwalterin Barbara Beutler vor dem Landgericht München Klage eingereicht. Sie fordert eben dieses Geld von den Medizinern zurück. Ein erster Zivilprozess soll am 13. Februar beginnen.

Seit langem geraten die ehemaligen Klinik-Gesellschafter Toft, Hoogland und Dekkers immer wieder in die Schlagzeilen. Zunächst, weil sich die prominenten Chirurgen auch gerne mal öffentlich untereinander bekriegten. Später, weil sie die Alpha-Klinik, in der sich Patienten wie Waffenhändler Adnan Kashoggi, TV-Star Nina Ruge, Sänger Rainhard Fendrich, Fußball-Trainer Christoph Daum und die Königin von Malaysia haben behandeln lassen, in die Pleite führten. Im Mai vergangenen Jahres hatte Dekkers als Geschäftsführer den Insolvenzantrag am Amtsgericht eingereicht. Seither kümmert sich Anwältin Beutler um die Geschäfte. Inzwischen hat die Atos-Klinik das Pleite-Unternehmen übernommen.

Promi-Chirurg Horst Dekkers hatte sich außerdem regelmäßig in den Medien wiedergefunden, weil seit 2003 mehr als 25 zivilrechtliche Klagen gegen ihn eingegangen sind. Patienten werfen dem Wirbelsäulen-Spezialisten „Pfusch“ vor. Sie fordern Schmerzensgeld und Operationskosten zurück.

Einmal ist Dekkers bereits wegen eines groben Behandlungsfehlers und einer unnötigen Operation zur Zahlung von 10 000 Euro Schmerzensgeld verurteilt worden. Seit August vergangenen Jahres darf er nach einer Entscheidung des Münchner Verwaltungsgerichts nur unter strengen Auflagen als Arzt praktizieren.

Bettina Link

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