S-Bahn
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Nach ihrem Ersteinsatz wurde die Bahn auch "Olympia-S-Bahn" genannt. Nun kehrt sie aus dem Ländle in ihre alte Heimat zurück.

Legendär

Erkannt? Die alte S-Bahn kehrt zurück

  • Dirk Walter
    vonDirk Walter
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Nürnberg - München holt die alten S-Bahnzüge zurück. 15 Fahrzeuge der legendären Baureihe 420, nach ihrem Ersteinsatz 1972 auch „Olympia-S-Bahn“ genannt, werden schon ab November die hiesige S-Bahn-Flotte ergänzen.

Nebendran jault ein Kran, er lädt schwere Radachsen um; weiter hinten ist der Rest eines ICE-Triebkopfes zu sehen, der in einen schweren Unfall verwickelt war. Und innen in der riesigen Halle der DB-Reparaturwerkstätte Nürnberg ist der ICE-Zug „Mainz“ aufgebockt und in Einzelteile zerlegt – große Revision.

Doch der Münchner S-Bahn-Chef Bernhard Weisser hat nur eines im Sinn: einen roten Zug. Die Baureihe 420. Sie ist unter Eisenbahn-Fans nachgerade legendär. Seit 1972 fuhr sie in München, erst weiß-blau, dann orange-weiß und zum Teil auch rot. Ab dem Jahr 2000 wurden die alten S-Bahnen ausgemustert und dafür die neue Baureihe 423 gekauft. Problem heute: Die S-Bahn hat aktuell nur 237 Fahrzeuge, braucht aber mehr, um neue Linien zu betreiben. Der „423er“ wird indes nicht mehr hergestellt.

Die Misere wurde akut, als die Bahn die Elektrifizierung der Linie A Dachau-Altomünster in Angriff nahm. Die Arbeiten stehen vor dem Abschluss – und statt Dieseltriebwagen sollen künftig S-Bahnen fahren. Doch woher nehmen? Weisser wurde in Stuttgart fündig. Die dortige S-Bahn wird von 420 auf die neue Baureihe 430 umgestellt – die Stuttgarter brauchen ihre alte S-Bahn nicht mehr. 15 Exemplare aus den Jahren 1993 bis 1996 hat sich Weisser gesichert. In Nürnberg werden sie generalsaniert. „Aufhübschen“ nennt das Weisser. Das kostet sechs Millionen Euro – der Kauf von 15 neuen Zügen einer anderen Baureihe wäre zehn Mal so teuer.

S-Bahn-Sanierung ist Handarbeit. Es wird geschraubt, geflext und gehobelt – ja richtig: gehobelt, denn der Boden der S-Bahn ist zum Teil aus Holz. Kritisch mustert Weisser das Gerippe einer quasi entkernten S-Bahn. Die Bodenbleche sind rostig, aber nur ein bisschen. Kein Problem. Das Design wird den jetzigen S-Bahnen der Baureihe 423 angeglichen, aufmerksamen Fahrgäste werden aber viele Detail-Abweichungen auffallen: Die alte S-Bahn fährt höchstens 120 km/h (statt 140 km/h), sie hat die alten Schwenkschiebetüren mit den Hebeln (statt Drucktasten), die Sitze haben keine Kopflehnen und sind weicher. Es gibt überall stabile Gepäckfächer, aber keine Klimaanlagen.

Ab 17. November soll die „420“ abwechselnd mit der „423“ von Altomünster über Dachau nach München fahren – die Fahrten der 420 enden in der Haupthalle des Hauptbahnhofs, weil die alte S-Bahn aus technischen Gründen nicht in den Tunnel fahren darf. Der 423 fährt die normale Strecke weiter durch den Tunnel bis Erding. Acht der 15 Züge werden ab dem Fahrplanwechsel (13. Dezember) auf der Linie der S 4 Geltendorf-Pasing verkehren. Auch hier endet die Fahrt am Hauptbahnhof.

Diese S-Bahnen fahren bald in München: Bilder

Diese S-Bahnen fahren bald in München

Übrigens: Die Erste Klasse, die in Stuttgart (gegen Aufpreis) üblich ist (wobei der bescheidene Komfort aus Holz-Armlehnen sowie kleinen Tischchen bestand), wird für München demontiert. Schade eigentlich. Aber, so sagt der S-Bahn-Chef schmunzelnd: „Bei uns fährt man ja überall Erste Klasse.“

Dirk Walter

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