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Baut sein geriatrisches Angebot um: Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder an der Romanstraße in Nymphenburg behandelt kranke Senioren künftig kürzer.

Altersheilkunde im Sparformat

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München - Die Klinik verfolgt das Motto „Lebensqualität in der Krankheit“ - doch ausgerechnet den alten Patienten des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder wird dieses Privileg teilweise genommen. Denn die Abteilung der geriatrischen Rehabilitation wird dicht gemacht. Aus Kostengründen.

„Der Entschluss, die Abteilung zu schließen, erfolgte nach reiflicher Überlegung und Abwägung verschiedener Alternativen“, sagt Frater Eduard Bauer, Provinzsekretär der Barmherzigen Brüder. Der Orden ist Träger des Krankenhauses an der Romanstraße in Nymphenburg. Im Frühjahr ist Schluss für die geriatrische Rehabilitation. Stattdessen entsteht ab August eine Akutgeriatrie. Bedeutet: Statt mehrwöchiger stationärer Behandlung werden die Kranken in einer deutlich kürzeren Zeit therapiert.

Geriatrie, das ist die Altersheilkunde. Sie beschäftigt sich mit den Leiden des alternden Menschen und soll zu einem besseren Leben verhelfen - soweit das eben noch möglich ist. Ein Team aus Ärzten, Physio- und Ergotherapeuten sowie Sozialarbeitern soll alten, multimorbiden Menschen nach einer Operation oder einer schweren Krankheit die Lebensqualität zurückbringen. So, wie es die Klinik in ihrem Motto verspricht. Die Pflegebedürftigkeit verhindern - das ist das große Ziel der geriatrischen Rehabilitation. Denn es ist nicht nur kostengünstiger für die Kranken, daheim zu leben als im Heim, sondern auch Balsam für die Seele, sich in den eigenen vier Wänden zu befinden.

Im Mai 1999 wurde diese Abteilung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder aufgebaut. Wohnortnah, das sollte sie sein. Sie ist eine von dreien, die in München existiert und deckt mit 37 Betten ein Drittel der Behandlungsmöglichkeiten. Bis jetzt. Verhandlungen vor der Schiedsstelle im Frühjahr 2013 zeigten, dass eine kostendeckende Finanzierung unmöglich ist. Ein Defizit von jährlich rund einer Million Euro klaffte auf. „Eine wirtschaftliche Belastung, die das Krankenhaus auf Dauer nicht ausgleichen kann“, erläutert Frater Eduard. Der Todesstoß für die Abteilung.

Doch eine Alternative soll die schlimmsten Folgen abfangen: die Akutgeriatrie. „Es war uns ein Anliegen, durch eine Neuausrichtung auch künftig eine Versorgung sicherzustellen“, sagt Frater Eduard. „Die Behandlung von Patienten im höheren Lebensalter wird weiterhin zum Versorgungsspektrum des Krankenhauses in München gehören.“

Ende März 2014 macht die geriatrische Rehabilitation nun also dicht. Vielleicht auch, um ein Zeichen zu setzen, vermutet ein Mitglied des Krankenhauses, das namentlich nicht genannt werden möchte. Stattdessen strukturiert die Klinik um: Im August eröffnet die neue Abteilung - mit 20 statt fast 40 Betten. Und mit maximal zehn Tagen Behandlungszeit für einen Patienten anstatt vier bis fünf Wochen. „Es ist ein Jammer“, so der Insider. Denn eine Akutgeriatrie könne seiner Meinung nach die Lücke nicht kompensieren, die durch die Schließung entstehen wird. „Es heißt immer: ,Die Alten kosten viel Geld.‘ Fakt ist aber: sie interessieren einfach keinen.“

mes

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