Wo es in der Altstadt hakt

München - Der Umbau am Isartorplatz und im Tal, der Glockenbachwerkstatt-Bolzplatz und hohe Mieten im Lehel waren Thema der Bürgerversammlung.

Der Isartorplatz soll schöner werden: Darüber sind sich die Bürger der Altstadt einig. Jedenfalls jene, die zur Bürgerversammlung des Stadtbezirks 1 ins Alten- und Servicezentrum Lehel kamen.

Robert Zitzlsperger, Wirt des Gasthauses „Isarthor“, prangerte an, dass der Platz durch Junkies, Alkoholgelage und Uringestank verwahrlose. Zitzlsperger griff eine Anregung von Bezirksausschuss-Chef Wolfgang Püschel (SPD) auf - und beantragte die Errichtung eines Kinderspielplatzes und einer Freischankfläche. Der Gastronom: „Der Isartorplatz ist ein exponierter Platz für Touristen und auch eine Visitenkarte für München.“

Für das ans Isartor angrenzende Tal ist bereits 2013 eine Aufwertung geplant: Breitere Gehwege, mehr Grün - „der Verkehr wird ausgebremst“, sagte Püschel. Der Vorsitzende des BA Altstadt-Lehel sprach von der „Idee einer Begegnungszone“, von der vor allem die Geschäftsleute profitieren sollten, „die sehr gelitten haben“. Bei der Bürgerversammlung sprach sich sogar eine knappe Mehrheit für die Errichtung einer Fußgängerzone im Tal aus, was im Stadtrat allerdings bislang nicht mehrheitsfähig war.

Ein einhelliges Votum der Bürgerversammlung gab es für den Erhalt des Bolzplatzes an der Glockenbachwerkstatt, der durch eine Neubaumaßnahme des städtischen Kommunalreferats bedroht ist. Der Bolzplatz sowie drei benachbarte Gebäude an der Müllerstraße 2 bis 6 sollen 20 Sozialwohnungen weichen. Püschel glaubt, dass durch eine Verlegung der Baulinie bis zur Mitte der Corneliusstraße sowohl der Bolzplatz erhalten als auch das Bauvorhaben realisiert werden könnte. Der Anwohner Johann Strauß stellte den Antrag, das idyllische Gebäude an der Müllerstraße 2 unter Denkmalschutz zu stellen, um den Abriss zu verhindern.

Die Mieten im Lehel sind laut Püschel inzwischen „mit am höchsten bundesweit“. Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) bezeichnete den Wohnungsmangel als „die Kehrseite einer prosperierenden Stadt“. Püschel zufolge liegt das Preisniveau im Lehel aktuell bei 16,14 Euro pro Quadratmeter, in der gesamten Stadt sind es 13,48 Euro. Abhilfe könnte seiner Ansicht nach ein Umwandlungsverbot von Miet- in Eigentumswohnungen in schützenswerten Stadtgebieten bringen. Aber die Staatsregierung blockiere dieses Ansinnen der Stadt seit Jahren, bemerkte der BA-Chef.

Beschwerden gab es während der Bürgeversammlung über den Schwerlastverkehr im Lehel an der Stern- und an der Oettingenstraße. Von vier Uhr morgens an donnerten Großlaster vorbei, berichtete Anwohner Dieter Kneucker. Wegen des schlechten Zustands der Straße seien in den Häusern häufig Vibrationen zu spüren und bereits Risse an den Decken festzustellen. Laut Michael Demmler vom Kreisverwaltungsreferat handelt es sich hauptsächlich um Lastwagen mit dem Ziel Großmarkthalle. Auf Hinweisschildern würden die Lkw-Fahrer darauf aufmerksam gemacht, den Mittleren Ring und nicht die Isar-Parallele zu benutzen. Recht viel mehr könne die Stadt nicht tun.

Abgelehnt wurde die Errichtung eines Zebrastreifens und einer Kurzparkzone bei der Grundschule an der Herrnstraße im Lehel. Ein Bürger hatte die chaotische Situation vor Schule und Kindergarten kritisiert. Fußgängerüberwege in Tempo-30-Zonen seien rechtlich nicht möglich, so Demmler. Für mehr Sicherheit sollen nun Schülerlotsen sorgen. Ein weiterer Bürger forderte zwei Zebrastreifen an der Maximilianstraße, was allerdings daran scheitert, dass dort die Trambahn verkehrt. „Da führt kein Weg hin“, bekräftigte Demmler.

Klaus Vick

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