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Das Bein nach der OP.

Jetzt zieht er den Treter vor Gericht

Im Amateurfußball: Ein Horror-Foul hat mein Leben zerstört

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Berchtesgaden - Fabian R. bricht sich bei einem brutalen Foul Schien- und Wadenbein. Nun zieht der ehemalige Amateurfußballer gegen den Treter vor Gericht.

Zieht gegen seinen Gegenspieler vor Gericht: Amateurfußballer Fabian R. fordert nach einem Horror-Foul Schmerzensgeld.

Das grausige Knacken in der 89. Spielminute hallte über den ganzen Sportplatz. Als Fabian R. (29) umgegrätscht wurde, konnten selbst gestandene Fußballer kaum hinsehen: Sein Gegner hatte ihn am Unterschenkel getroffen, das Fußgelenk war völlig verdreht. Per Notarzt kam der Mittelfeld-Spieler in die Klinik. Dort die Schock-Diagnose: Schien- und Wadenbeinbruch.

Anderthalb Jahre ist die Szene jetzt her. Das Spiel in der Kreisklasse verlor der SC Anger mit 1:2, aber in Gedanken waren die Kicker aus dem Berchtesgadener Land dann nur mehr bei ihrem Vereinskameraden - nach der Operation war Fabian R. noch vier Monate lang krank, als Konstrukteur konnte er nicht mehr arbeiten.

Mittwoch beginnt Prozess gegen Treter

Deshalb verklagt er jetzt seinen Gegenspieler: Am Oberlandesgericht beginnt am Mittwoch der Prozess um Schmerzensgeld und Schadensersatz. "Wir sind der Ansicht, dass der gegnerische Spieler für das unverhältnismäßig schwere Foul haften muss", sagt sein Rechtsanwalt Maximilian Richter (35) von der Kanzlei Dollinger und Partner. "Er hat meinen Mandanten ohne Aussicht auf den Ball völlig übereifrig attackiert und seine Gesundheit damit gefährdet."

In der eigenen Hälfte hatte der Gegner Fabian R. gefoult. Ohne Not, dafür sehr brutal. Dabei war das Spiel schon entschieden. "Ich stand quer zum Ball, als er mich getreten hat. Mein Unterschenkel brach noch in der Luft. Ich hatte furchtbare Schmerzen." Im Krankenhaus erhielt er eine SMS von seinem Kontrahenten. "Persönlich entschuldigt hat er sich aber nie."

Fabian R. spielte 20 Jahre lang für den SC Anger.

Auf einem anderen Spielfeld sehen sich beide nun wieder. Vor Gericht fordert Fabian R. 10.000 Euro. "Der gegnerische Spieler hat eine Verletzung bewusst in Kauf genommen", sagt er. Juristisch könnte es schwierig werden, die Absicht des Foulspiels nachzuweisen. Denn bei Kontaktsportarten wie Fußball sind Vorsatz und Fahrlässigkeit schwer zu unterscheiden. Aber Fabian R. sagt: "Ich sehe es nicht ein, dass man im Hobbysport so brutal einsteigt." Wenigstens seinen Verdienstausfall will er ersetzt haben. Und leidet bis heute unter den gesundheitlichen Folgen: "Ich kann keine 200 Meter mehr laufen. An Sport ist nicht zu denken." Erst vor wenigen Tagen haben Ärzte ihm die Schrauben aus dem Bein entfernt. Dem Ex-Kicker geht es nun auch darum, dass sein Gegner für mögliche Folgenschäden aufkommt.

A. Thieme

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