Das sagen die Münchner

"Die gemeinsame Trauer hilft"

München - Nein, dieser Sonntag war nicht eine politische Veranstaltung – es war die Möglichkeit für jeden Münchner und jeden Gast, Trauer zu zeigen. Die tz hat sich umgehört.

Unzählige Trauergäste kamen zur Frauenkirche als ein Zeichen: Die Familien der Opfer stehen jetzt nicht allein. Die tz hat einige Gottesdienstbesucher befragt.

Die gemeinsame Trauer hilft

Ich möchte für die Angehörigen beten. Für die Trauernden ist es schwierig, mit der Tat ­umzugehen. Die gemeinsame Trauer und große Anteilnahme von so vielen Menschen helfen den Angehörigen vielleicht.

Schwester Christiane (81), Nonne aus München 

Man muss ein Zeichen setzen

In einer solchen Situation muss man ein Zeichen setzen. Nach einem Amoklauf mit neun Opfern ist es wichtig, auch als Stadt die Trauer zur Geltung zu bringen. In der Trauer ist die Stadt zusammen, aber das war sie auch vor dieser Tat.

Jens Röver (36, SPD), Mitglied des Stadtrats 

Menschen nicht allein lassen

Ich bin hier, um stellvertretend für den Landtag Brandenburg unsere Solidarität mit den Angehörigen, der Stadt und dem Freistaat zu bezeugen. Dieses schreckliche Ereignis hätte in jeder Stadt passieren können. Man hilft den Angehörigen, in ihrer Trauer nicht alleine zu sein.

Dieter Dombrowski (65, CDU), Vizepräsident des Landtags Brandenburg

Zeichen der Solidarität

Dieser Gottesdienst in der Frauenkirche ist ein Zeichen für die Solidariät. Ich finde es wunderbar, dass Christen und Muslime ­zusammen den Trauergottesdienst ­begehen. Wir trauern gemeinsam. Ich glaube, dass das auch hilft, damit die Trauer überwunden werden kann. Gerade in einer Zeit, wo im Fernsehen nur Horrormeldungen laufen.

Ursula Restle (61), Gymnasiallehrerin vom Bodensee

Die Vorstellung der heilen Welt ist jetzt vorbei

Wir gehen zum Gottesdienst, um innezuhalten. Es ist auch eine Möglichkeit, Solidarität mit den Toten und Verletzten zu zeigen. Man merkt zurzeit, dass unsere Vorstellung der heilen Welt vorbei ist.

Ursula (65) und Alfred Werner (67), beide Pensionäre aus München

Rubriklistenbild: © Jantz

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