+
Beim Amoklauf im Olympia Einkaufszentrum hätten noch mehr Menschen sterben können.

Neueste Ermittlungsergebnisse

LKA: Amokschütze wollte wohl keine weiteren Menschen töten

München - Neun Menschen hat der Amokschütze von München getötet. Dann richtete er sich selbst. Doch die Zahl der Opfer hätte noch viel höher sein können.

Der Amokschütze von München hätte nach den tödlichen Schüssen an einem Einkaufszentrum weitere Menschen umbringen können. „Aber offensichtlich wollte er niemanden mehr töten“, sagte ein Sprecher des bayerischen Landeskriminalamts (LKA) am Mittwoch. Den Ermittlungen zufolge war der 18-Jährige am Tatabend unter anderem in ein Wohnhaus gegangen und hatte dort im Treppenhaus mehrere Bewohner getroffen. „Es hätte mehr Opfer geben können“, sagte der Sprecher.

Doch der Schütze habe seine Waffe zu dem Zeitpunkt nicht mehr in der Hand gehabt. „Sonst hätten die Menschen die ja gesehen.“ Mit den Anwohnern habe es eine „völlig normale Kommunikation“ gegeben, sagte der Sprecher. Ein Bewohner des Hauses habe den 18-Jährigen sogar gefragt, ob er ihm helfen könne. „Die wussten gar nicht, wen die da vor sich haben“, sagte der Sprecher. Der Täter habe keinen Bezug zu dem Wohnhaus. „Wahrscheinlich stand einfach nur die Tür offen.“

Der 18-Jährige hatte am22. Juli neun Menschen und sich selbst getötet. 36 Menschen wurden bei dem Amoklauf verletzt. Inzwischen ist den Angaben zufolge niemand von ihnen mehr im Krankenhaus.

Lange war unklar, was der Amokschütze in den rund zwei Stunden zwischen der eigentlichen Tat am Olympia-Einkaufszentrum und seinem Suizid gemacht hatte. Knapp vier Wochen nach dem Amoklauf haben die Ermittler den Weg nun weitgehend rekonstruieren können: Demnach suchte der Deutsch-Iraner nach seinen tödlichen Schüssen zunächst das Zwischengeschoss des Parkhauses am Einkaufszentrum auf und gab 17 Schüsse auf ein geparktes Auto ab. Danach sei er auf das obere Parkdeck gegangen, hatten die Ermittler am Dienstagabend mitgeteilt.

Dort lieferte sich der 18-Jährige ein Streitgespräch mit einem Anwohner. Danach hätten ihn zwei Polizeibeamte gesichtet. Einer habe einen Schuss auf den Amokläufer abgefeuert, diesen aber verfehlt.

Über eine Außentreppe des Parkhauses sei der Todesschütze dann wieder nach unten auf die Straße gelangt. Dort habe er eine Grünanlage betreten und sei dann in die nahe gelegene Henckystraße gegangen, wo er in das Treppenhaus des Wohnanwesens gelangte. Im Anschluss daran habe er sich offensichtlich „für längere Zeit“ in der Tiefgarage des Hauses versteckt. Schließlich habe er diese über eine Außentreppe verlassen und „unmittelbar danach“ mehrere Polizisten getroffen. Vor deren Augen habe er sich dann selbst gerichtet.

Drei Wochen danach: Der furchtbare Amoklauf von oben

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

S-Bahn: Fahrbetrieb normalisiert sich wieder
In unserem News-Ticker informieren wir Sie über Störungen und Verspätungen auf Münchens S-Bahn-Linien. 
S-Bahn: Fahrbetrieb normalisiert sich wieder
Nach OEZ-Amoklauf 2016: Amerikaner trauen sich wieder nach München
Nach einer Delle im Jahr 2016 ist die Zahl der Touristen in München wieder stark gestiegen. Ausländische Touristen fürchten sich demnach nicht mehr vor einem weiteren …
Nach OEZ-Amoklauf 2016: Amerikaner trauen sich wieder nach München
Sonnwendfeuer auf der Theresienwiese: Ist das ein guter Plan?
Dem Einen wird’s warm ums Herz – und bei den Anderen erhitzt’s die Gemüter! Im nächsten Jahr soll es auf der Theresienwiese ein zehn Meter hohes Sonnwendfeuer geben. …
Sonnwendfeuer auf der Theresienwiese: Ist das ein guter Plan?
Ab heute gibt’s Adipositas-Sprechstunden für Zamperl
Viele Lieblinge haben ein Problem - sie sind einfach zu dick! Das macht den Vierbeinern zu schaffen. Münchner Tierärzte schlagen Alarm und wollen nun mit einer …
Ab heute gibt’s Adipositas-Sprechstunden für Zamperl

Kommentare