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MM-Redakteur Mike Schier.

Kommentar

Böse Folgen: Trittbrettfahrer nach dem Amoklauf

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München - Für dümmliches Schwadronieren über Straftaten gibt es in der Regel zwei Gründe: Zum einen der Hass, der im Netz weiter um sich greift. Und zum anderen Unbedarftheit. Die Deutschen müssen an ihrer Medienkompetenz arbeiten.

Die Fahnder setzen ein Zeichen: Mit der raschen Ermittlung einer Reihe von Trittbrettfahrern nach dem Amoklauf muss dem Letzten klar werden, dass Soziale Netzwerke selbst mit eingeschränktem User-Kreis einen öffentlichen Raum darstellen. Dort dümmlich über Straftaten zu schwadronieren, kann gravierende Folgen haben.

In der Regel gibt eszwei Gründe für solche Internetpostings – mit beiden müssen sich Politik und Gesellschaft stärker befassen: Da wäre zum einen der Hass, der im Netz ständig weiter um sich greift – und die ohnehin angespannte Stimmung weiter vergiftet. Zu Recht werden Hasskommentare inzwischen verfolgt, Drohungen auch geahndet.

Den zweiten Grund könnte man – freundlich – als Unbedarftheit bezeichnen. Die letzten Tage zeigen, dass die Deutschen an ihrer Medienkompetenz arbeiten müssen. Und das gilt keineswegs nur für justiziable Vergehen. Das Netz ist voll von Falschinformationen und Gerüchten, oft neigt es zur Hysterie. Nutzer müssen lernen, Quellen zu prüfen, Meinungen zu filtern und auch selbst mal die Finger still zu halten. An Schulen aber wird noch immer viel zu wenig über richtiges Verhalten im Netz gelehrt – oft steht gerade mal ein Computer im Klassenzimmer. Die Eltern sind in Sachen Neue Medien fast völlige Autodidakten. Einige von ihnen müssen das nun teuer bezahlen.

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