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Amokläufer Ali David S. gibt den Ermittlern noch einige Rätsel auf.

Ermittlungen nach der Bluttat am OEZ

Das Rätsel um den Vornamen des Amokläufers von München

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München - Was hat den Ali David S. zu seiner Tat am OEZ getrieben? Die Ermittler können jeden Tag weitere Fragen beantworten. Vieles ist aber weiterhin offen, zum Beispiel sein genauer Vorname.

Etwa 1750 Hinweise zum Amoklauf arbeitet die „Sonderkommission OEZ“ derzeit ab. Mehr als 1000 Dateien wurden zudem in das Upload-Portal der Bayerischen Polizei geladen. „Die Ermittlungen werden weiterhin mit Hochdruck geführt“, sagt Ludwig Waldinger, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA). Staatsanwaltschaft und LKA versuchen unter anderem zu rekonstruieren, wo der Täter nach dem Amoklauf war. Das sei laut Waldinger wichtig zu wissen, da man beispielsweise ausschließen müsse, dass Ali David S. in einer Wohnung gewesen ist und Freunde oder mögliche Mitwisser getroffen hat. 

Mantrailer-Hund schlägt in Tiefgarage an

Die Ermittler setzten Mantrailer-Hunde ein, werteten Videoaufnahmen aus, sichteten Aufnahmen und befragten Zeugen. Nach derzeitigen Erkenntnissen war der Amokläufer nach der Tat zwischen OEZ-Parkdeck und Henckystraße, in der er sich das Leben nahm, unterwegs. Ein Hund zeigte eine Spur in eine Tiefgarage an. Möglicherweise versteckte sich Ali David S. dort.

Mittlerweile wurde auch der Urheber des Videos vernommen, das den Täter beim Verlassen des McDonald’s zeigt. Der Münchner war, das steht nun fest, zufällig am Tatort. Klar ist derweil auch, warum der Amokläufer zur Tatzeit ein anderes T-Shirt trug als bei seinem Suizid: Er trug zwei Shirts übereinander. Eines versteckte er in seinem Rucksack. Das könnte ein Indiz sein, dass er nach der Tat unerkannt fliehen wollte.

Wie ist der richtige Vorname des Amokläufers?

Rätsel gibt es um den Vornamen des Amokläufers. Nach Informationen unserer Zeitung wurde der 18-Jährige nur auf Ali S. getauft. Er selbst ließ sich später den zweiten Vornamen „David“ in seinen Pass eintragen. Wann das war, ist bislang unklar. Der 18-Jährige wollte dem Vernehmen nach nicht mehr mit „Ali“ angesprochen werden.

Vor der Tat schrieb der Deutsch-Iraner ein etwa zweiseitiges „Manifest“. Ermittler fanden dieses auf seinem PC. In dem Schriftstück kreisten seine Gedanken um seinen nicht bestandenen Realschul-Abschluss, sein Schul- und sein Wohnumfeld, seine Perspektivlosigkeit. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sei vor dem Hintergrund der psychiatrischen Erkrankung jedoch derzeit nicht abschließend zu bewerten, was reales Geschehen und was Fantasie des Täters ist. Mit dem Schreiben wollte der 18-Jährige möglicherweise seinem Vorbild, dem norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik, nacheifern. Dieser hatte vor seinem Amoklauf auf der norwegischen Insel Utøya ebenfalls ein „Manifest“ verfasst.

Er war stolz, ein "Arier" zu sein

Einige Wochen vor der Tat richtete sich Ali S. bei Facebook ein gefälschtes Profil ein. Über dieses lud er am Freitagnachmittag Bekannte in den McDonald’s ein. Nach derzeitigen Kenntnissen war unter den Opfern keiner der Eingeladenen – soweit diese unter ihren echten Namen angemeldet waren. Es steht der Verdacht im Raum, dass Ali S. sich seine Opfer gezielt ausgesucht hat. Türken und Araber soll er gehasst haben. Der Deutsch-Iraner soll stolz darauf gewesen, als Iraner und als Deutscher „Arier“ zu sein. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler ist der Täter wohl nicht in rechtsextreme Netzwerke verstrickt gewesen. Darauf gebe es jedenfalls bislang keine Hinweise, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in Gmund am Tegernsee.

Die Polizei untersucht derweil einen Internet-Kontakt zwischen S. und einem 15-Jährigen, der einen Angriff auf eine Schule in Baden-Württemberg geplant haben soll. Es gebe einen Chat des 18-Jährigen, mit dem in der Nacht zum Dienstag festgenommenen Jugendlichen aus dem Kreis Ludwigsburg, so ein Sprecher des Landeskriminalamtes. Durch den Chat war die Polizei dem Schüler auf die Spur gekommen.

„Tickende Zeitbombe“

Der mögliche Mitwisser von Ali S., der 16-jährige Noah M. (Name geändert) ist unterdessen in der Psychatrie. Die Staatsanwaltschaft hatte Beschwerde gegen die Entlassung eingelegt. Der Afghane wird in Sicherheitskreisen als „tickende Zeitbombe“ bezeichnet.

Amoklauf am OEZ: Bilder des Polizeieinsatzes

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