Nach brutaler Vergewaltigung: Dritter Täter verhaftet

Nach brutaler Vergewaltigung: Dritter Täter verhaftet
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Bei dem Amoklauf am OEZ tötete Ali S. neun Menschen und dann sich selbst.

31-Jähriger kooperiert

Amoklauf: Mutmaßlicher Waffen-Lieferant hat gestanden

Der mutmaßliche Lieferant der Tatwaffe für den Amoklauf von München hat zu seinen illegalen Waffengeschäften im Internet ausgesagt.

„Er ist geständig und kooperiert mit den Ermittlungsbehörden“, sagte ein Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft dem „Spiegel“. Der 31-Jährige war im August im Zuge eines Scheingeschäfts im hessischen Marburg festgenommen worden und hatte bisher wochenlang geschwiegen.

Der mutmaßliche Waffenhändler soll über das sogenannte Darknet, einen verschlüsselten Bereich des Internets, illegal Waffen verkauft haben. Unter seinen Kunden soll der Münchner Amokläufer Ali David S. gewesen sein, der am 22. Juli neun Menschen und dann sich selbst erschossen hatte.

Nach der Festnahme des mutmaßlichen Waffenhändlers waren die Ermittler auf mehrere Waffen und Datenträger gestoßen, die laut Generalstaatsanwaltschaft seitdem ausgewertet werden. Die Ermittler interessieren sich dabei insbesondere für die Kommunikation des Verdächtigen mit seinen Geschäftspartnern im Darknet. Zum Stand der Auswertung wollte sich die Behörde „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht äußern.

Wie berichtet, ist für die Ermittler nun auch die Frage entscheidend, ob sich der Deutsche und der 18-jährige Deutsch-Iraner Ali David S. über den bevorstehenden Amoklauf unterhielten. Denn wenn der 31-Jährige davon gewusst haben sollte, würde dem Hessen eine Anklage wegen neunfacher Beihilfe zum Mord drohen.

Nach Angaben der Frankfurter Oberstaatsanwalt vom August hat der Hesse bereits Einträge im Strafregister, in Sachen Waffenhandel sei er aber nie auffällig gewesen. Der arbeitslose Verkäufer agierte teilweise wenig professionell. So schraubte er vor dem von der Polizei eingefädelten Scheingeschäft die Autokennzeichen ab, um seine Identität zu verschleiern. Dabei sind fehlende Kennzeichen deutlich auffälliger. Auch dass er bei der Anbahnung des Scheingeschäfts vom Verkauf der Waffe an S. erzählte, ist für Profis untypisch.

Gleiches gilt für das Versteck des Waffenarsenals. Der Hesse hatte eine Kiste mit einer Maschinenpistole, vier Pistolen und Munition auf einer bewaldeten Verkehrsinsel an der Autobahnabfahrt bei Köln- Howeide/Köln-Merheim verbuddelt.

Die gut vernetzte Waffenhändlerszene, die viele Verkäufe über das Darknet abwickelt, sei nach dem Ermittlungserfolg in Aufruhr gewesen, hatte der Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft nach der Festnahme gesagt. „Die Verunsicherung ist ein gewünschter Nebeneffekt unserer Arbeit.“ Der „Spiegel“ hatte von einer wachsenden Angst vor verdeckten Ermittlern im Darknet berichtet.

mm

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