Amtsgericht München

Arrest für gewalttätigen Vater

München - 20-Jähriger beleidigt und schlägt die 16-jährige Mutter des gemeinsamen Kindes – Gericht urteilt nach Jugendstrafrecht.

Er schlug, beleidigte und bedrohte die Mutter seines Kindes. Ein 20-jähriger Vater ist wegen vorsätzlicher Körperverletzung, versuchter Nötigung, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vom Amtsgericht München nach Jugendstrafrecht zu einem Arrest von einer Woche und einer Weisungsbetreuung von zwölf Monaten verurteilt worden.

Nach Angaben des Amtsgerichts wollte der Auszubildende am 5. Mai gegen 10 Uhr seinen vier Monate alten Sohn sehen. Dieser wohnt zusammen mit der 16-jährigen Mutter bei deren Eltern. Die Beziehung der beiden Elternteile war bereits vor einem halben Jahr in die Brüche gegangen.

Nachdem er mehrfach an der Hauseingangstür geklingelt hatte, ließ ihn ein Bewohner ins Haus. Der 20-Jährige trat mehrfach gegen die Wohnungstür der Kindsmutter. Als diese die Tür einen Spalt weit öffnete, drang der Angeklagte in die Wohnung ein. Den kleinen Sohn hatte die 16-Jährige auf dem Arm. Die Eltern gerieten in einen Streit, der Auszubildende beschimpfte sie als „Hure“, schlug ihr mit der Faust ins Gesicht und trat ihr in den Rücken. Die junge Frau konnte den Säugling nicht mehr halten, er fiel auf das Bett, blieb aber unverletzt.

Der Kindsvater bedrohte die 16-Jährige, er werde sie umbringen, wenn sie die Polizei hole. Die Frau tat das dennoch. Als die Beamten den Auszubildenden festnehmen wollten, wehrte er sich, schlug um sich und flüchtete ins Treppenhaus. Hierbei stürzte er die Treppen hinunter und zog sich mehrere Schürfwunden zu

Die Verurteilung nach Jugendstrafrecht begründete die zuständige Richterin damit, dass „der Angeklagte in seiner Persönlichkeit und Lebensführung noch eher einem Jugendlichen als einem Erwachsenen gleichsteht“. Er lebt noch bei seinen Eltern und hat die Gesellenprüfung als Kfz-Mechatroniker noch nicht bestanden. Außerdem wurde beim Urteilsspruch berücksichtigt, dass der Angeklagte bei der Tat alkoholisiert und emotional aufgewühlt war. Denn der 5. Mai 2016 war Vatertag und er war nach eigener Aussage frustriert und wütend darüber, sein Kind an diesem Tag nicht sehen zu können. Das Urteil ist rechtskräftig.

Lisa-Marie Birnbeck

Rubriklistenbild: © dpa

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