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Für 2.Bürgermeister Josef Schmid ist der Abgang der Kollegen schmerzhaft. 

CSU-Fraktion schrumpft - na und?

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München - Bürgermeister Josef Schmid war immer sehr stolz darauf, dass seine CSU die stärkste Frakton im Rathaus stellte. Damit ist jetzt Schluss. Ein größeres Problem ist das für Schmid aber nicht. Ein Kommentar.

Josef Schmid ist Zweiter Bürgermeister. Doch er will mehr sein als ein Stellvertreter des Rathaus-Chefs. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe ist das Ziel. Legitimiert hat Schmid diesen Anspruch stets so: Dieter Reiter sei der direkt gewählte Oberbürgermeister, er, Schmid, vertrete aber die CSU als größte Stadtratsfraktion. Dieses Argument gilt nun nicht mehr: Die CSU liegt im Stadtrat ab sofort gleichauf. Für Schmid mag das schmerzhaft sein. Für den politischen Alltag ist es aber egal – langfristig könnten die Abgänge Schmid sogar nutzen.

Die schwarz-rote Koalition ist eingespielt. Die Mehrheit bleibt komfortabel. Die Führungskräfte sind alle weiter im Amt. Schmids Mannschaft rückt durch die Abgänge sogar enger zusammen. Die Abtrünnigen waren intern weitgehend isoliert – galten aber als Teil der konservativen Truppe, die dem liberalen Großstadt-Kurs Schmids kritisch gegenübersteht.

Caim und Schmidbauer haben einen seltsamen Schritt vollzogen. Auf dem CSU-Ticket gewählt, schwächen sie jetzt die Fraktion. Wenn sie die Arbeit bei den Christsozialen nicht mehr aushalten, hätte es nur einen glaubwürdigen Schritt gegeben: das Amt niederzulegen – und den Weg freizumachen für zwei CSU-Nachrücker.

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