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Wurde 57 Jahre alt: Anwältin Angelika Lex.

Mit nur 57 Jahren

Angelika Lex erliegt Krebsleiden

  • Ulrich Lobinger
    vonUlrich Lobinger
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Vor einem Monat stand Angelika Lex noch auf der Bühne des NS-Dokumentationszentrums und nahm, sichtlich ergriffen, den Georg-Elser-Preis aus den Händen des Oberbürgermeisters entgegen. In der Nacht auf Mittwoch erlag die Bürgerrechts-Anwältin einem Krebsleiden.

Schon damals, bei der Ehrung Anfang November, war Angelika Lex gezeichnet von der schweren Krankheit. Den Kampf gegen den Krebs hat sie, mit nur 57 Jahren, verloren. Viele andere Kämpfe, oftmals ausgetragen in Münchner Gerichtssälen, gewonnen. Angelika Lex war von 1990 bis 1995 Stadträtin für die Grünen, Vorsitzende der bayerischen Strafverteidiger, ehrenamtliche Richterin am Bayerischen Verfassungsgericht – aber vor allem Rechtsanwältin mit Leib und Seele.

Unentgeltlich half sie immer wieder Menschen, die sich einen Anwalt nicht leisten konnten, etwa Flüchtlingen. Sah sie Bürger in ihren Rechten beschnitten, scheute sie auch keinen Konflikt mit Polizei oder Behörden – zeitweise ermittelte sogar der Staatsschutz gegen die aufmüpfige Anwältin. Ihren letzten öffentlichen Auftritt vor Gericht hatte sie im NSU-Prozess, wo Lex als Nebenklagevertreterin auftrat.

Die Grüne strebte nicht nach Geld oder Anerkennung, ihre Triebfeder war stets die Gerechtigkeit, für die sie ihr berufliches Leben lang vehement eintrat. Selbst als sie von Rechtsextremen bedroht wurde, ließ sich Angelika Lex nicht einschüchtern. „Ohne Sie wäre die Stadtgesellschaft nicht die tolerante, bunte Gesellschaft. Sie haben München gerechter gemacht“, hatte Dieter Reiter in seiner Laudatio im November über die gebürtige Rosenheimerin gesagt. Gestern meldete sich der Oberbürgermeister nochmals zu Wort – und zeigte sich tief bestürzt. „Der Tod von Angelika Lex macht mich tief betroffen. Sie war eine unglaublich starke Frau, eine Frau, die Haltung gezeigt hat und für ihre Überzeugungen ihr Leben lang eingetreten ist. Sie war eine außergewöhnliche Juristin und sie war noch viel mehr“, sagte Reiter. Angelika Lex habe oft denen eine Stimme gegeben, „die in unserem Land sonst kein Gehör finden“, so der Oberbürgermeister. „Es war mir eine Ehre, sie Anfang November mit dem Georg-Elser-Preis der Stadt München auszuzeichnen.“

Bei den Grünen sorgte die Nachricht von Lex’ Tod gestern für große Trauer. „Wir verlieren mit Angelika Lex nicht nur eine hoch geschätzte Ratgeberin und langjährige Mitstreiterin, viele verlieren auch eine gute Freundin.“ Als Stadträtin sei Angelika Lex maßgeblich an der Schaffung eines städtischen Flüchtlingsamtes beteiligt gewesen, und damit am Aufbau einer Verwaltungsstruktur, „die sich gerade in diesen Tage wieder als unentbehrlich erweist“, schreiben die Grünen in einer Mitteilung. „Wir werden Angelika nicht vergessen.“

Die Verstorbene hinterlässt zwei erwachsene Kinder und ihren Ehemann Siegfried Benker.

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