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Wehren sich gegen das Partytreiben an der Isar: Die Anwohner um Udo D. (r.) streben eine Klage gegen die Stadt an.

Wegen Partys an der Isar

Grill-Streit: Anwohner will Stadt verklagen

Udo D. macht seine Drohung war. Der Münchner wird die Stadt wegen der Grillpartys an der Isar verklagen. Dabei hat er die Unterstützung vieler Anwohner.

München - Lange hat Udo D. damit gedroht, die Stadt zu verklagen, beim Isar-Grillgipfel am Mittwochabend hat er seine Entscheidung verkündet: Gemeinsam mit anderen Anwohnern, die genug von den sommerlichen Grillpartys an der Isar haben, wird er die Stadt in einer Sammelklage verklagen.

„Ich hab die Schnauze voll“, sagt Udo D., der nicht mit seinem vollen Namen in der Zeitung stehen möchte. „In jeder anderen Stadt funktioniert das mit den Grillverboten - nur bei uns nicht. Und die Polizei macht nichts. Mir bleibt nichts anderes übrig, als zu klagen. Am besten mit allen Anwohnern zusammen.“

An diesen 21 Plätzen können Sie an der Isar den Sommer genießen 

Bayerische Landtagsabgeordnete machen sich ein Bild

Da hilft es auch nicht, dass extra zu diesem Thema die bayerischen Landtagsabgeordneten Florian von Brunn (SPD) und Hans Ritt (CSU) gekommen sind, um sich ein Bild zu machen. Sie wurden durch eine Petition der Anwohner Paul Riedel sowie Roswitha und Anton Hörmann auf den Plan gerufen, die eine Verkleinerung der Grillflächen fordern.

SPD-Mann Florian von Brunn ist das Anliegen der Anwohner nicht neu: „Ich kann die Petition sehr gut verstehen. Als Jogger kann ich hier nicht mehr entlang laufen. Das ist hier inzwischen eine reine Party-Zone, der Ballermann von München!“ Die Wünsche der Anwohner sind vielfältig. Einige fordern, die Grillzonen in weniger bewohnte Bereiche zu verlagern, andere wollen nur noch Elektro- oder Gasgrills zulassen, um weniger Kohle-Rauch abzubekommen.

Isar-Irrsinn: Anwohner wollen den Grillern an den Kragen

Emissionstests nötig

Doch da gebe es Schwierigkeiten, sagt Rudolf Fuchs vom Referat für Gesundheit und Umwelt: „Wenn man hier das Grillen auf Grund von hoher Rauchbelastung verbieten oder deshalb nur noch Elektro- und Gasgrills erlauben will, muss man vorher genaue Emissionstests machen. Diese müssen aber laut Vorschrift ein Jahr dauern, das macht bei einer saisonalen Beschäftigung wie Grillen einfach keinen Sinn.“

Feierabend: Besonders am Flaucher wird lang und ausgiebig zusammengehockt.

Alexander Kressierer vom Baureferat sagt: „Ich verstehe das Problem nicht, wir haben 25 neue Schilder aufgestellt, unser Sicherheitsdienst ist immer präsent, und es wird jeden Morgen um sechs Uhr aufgeräumt. Außerdem haben wir eine App entwickelt, in der man sehen kann, ob man in einer Grillzone ist oder nicht. Sie heißt Isar-Map, und viele Leute benutzen sie.“

Isarhochufer: Ärger über wildes Grillen

Von seiner Klage hält das Udo D. nicht ab. Er fühlt sich „nicht ernst genommen“ und will sich so seine ruhige Isar erstreiten. Und wie reagiert die Stadt? „Jeder hat das Recht zu klagen, aber wir lassen unsere Entscheidungen davon nicht beeinflussen. Wir müssen mögliche Verbote immer nach ihrer Verhältnismäßigkeit beurteilen“, lautet die Antwort vom städtischen Gesundheitsreferat.

Vinzent Tschirpke

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