Arbeitslosenquote steigt um 8,6 Prozent

München - In München sind das erste Mal seit vier Monaten mehr Menschen ohne Arbeit. Im Januar stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Dezember von 42 680 auf 46 338, was einem Zuwachs von 8,6 Prozent entspricht.

Die Arbeitslosenquote liegt nun in München bei 6,3 Prozent, bundesweit bei 8,6 Prozent. „Die Wirtschaftskrise ist auf dem Arbeitsmarkt noch nicht angekommen“, sagt Bernd Becking, Leiter der Arbeitsagentur München. Die Ursachen für den hohen Anstieg seien saisonal bedingt.

„Im Winter kommt es regelmäßig zu Entlassungen in den sogenannten ,Außenberufen‘“, erklärt Becking und ist deshalb von dem Anstieg auch nicht überrascht. Vor allem Mitarbeiter aus den Bereichen Bau, Gartenbau und Landwirtschaft würden dann entlassen. Daher war der Zuwachs in der Landeshauptstadt selbst nicht so stark wie in den Landkreisen. Dennoch sind Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu spüren: Die Arbeitslosigkeit erreichte im Januar den höchsten Stand seit April 2007. Bisher konnte der Arbeitsmarkt jedoch die Folgen des wirtschaftlichen Abschwungs durch den Abbau von Überstunden oder durch Kurzarbeit abfangen. „Erst wenn wir sehen, dass die kurzarbeitenden Unternehmen ihre Mitarbeiter entlassen, dann können wir sagen, dass die Krise den Arbeitsmarkt im Griff hat“, erklärt Becking.

Der Arbeitsagentur-Chef rechnet in den nächsten Monaten aber mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit. Erfahrungsgemäß reagiere der Arbeitsmarkt mit einer Verzögerung von bis zu sechs Monaten auf die wirtschaftliche Entwicklung.

Insgesamt sind mehr Männer (56,1 Prozent) als Frauen derzeit ohne Job. Das liege vor allem daran, dass in den „Krisenbranchen“ wie Autobau, Metall- und Elektroindustrie überwiegend Männer arbeiten, erklärt Becking. Auch die Arbeitnehmer über 50 Jahre trifft die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat. Im gesamten Bezirk der Arbeitsagentur München waren im Januar 18 341 Menschen dieser Altersgruppe ohne Job, das entspricht einem Anteil von 28,5 Prozent der Arbeitslosen insgesamt. Der Anteil der jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren, die im Januar ohne Arbeit waren, liegt bei 7,3 Prozent.

Doch es besteht auch weiterhin Bedarf an neuen Arbeitskräften: Die Arbeitsagentur zählte im Januar 7206 offene Stellen, das sind allerdings 507 weniger als im Dezember. Die meisten freien Jobs gibt es im Einzelhandel, im Gastgewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen und in der Zeitarbeitsbranche.

lot

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