Im für rumänische Kirchen typischen Brâncoveanu-Stil soll das Gotteshaus errichtet werden. Simulation: www.cbrom.de/fkn

Aubing soll Bischofssitz werden

München - Die rumänisch-orthodoxe Kirche in München plant den Bau einer Kirche samt Kloster an der Kastelburgstraße. Aubing würde damit zum Bischofssitz werden.

Seit Jahrzehnten feiern die rund 20 000 Gläubigen der rumänisch-orthodoxen Kirche in München ihre Gottesdienste behelfsmäßig in drei katholischen Pfarreien über die Stadt verteilt. Natürlich wünschen sie sich seit langem ein eigenes Gotteshaus: „Wir haben versucht eine Kirche zu kaufen oder etwas umzubauen, aber es ist nicht gelungen“, berichtet Weihbischof Sofian von Kronstadt. Doch nun ist an der Aubinger Kastelburgstraße der ganz große Wurf geplant.

Im örtlichen Bezirksausschuss stellte der Weihbischof die Pläne vor: Auf rund 2600 Quadratmetern sollen eine Kirche samt Bischofssitz und Kloster gebaut werden. Die Kirche für rund 200 Personen wird den Plänen zufolge 24 Meter lang, 12 Meter breit und im „Brâncoveanu“-Stil errichtet sein. Dieser für rumänische Kirchen typische Stil ist nach dem Fürsten der Wallachei, Constantin Brâncoveanu, benannt, der im 17. Jahrhundert zahlreiche Kirchen und Klöster stiftete. Die Kirche werde sich gut in die Umgebung einfügen, versprach Weihbischof Sofian. „Ich freue mich auf die bäuerliche Atmosphäre im Stadtteil.“

Neben dem Sakralbau plant man ein zweites Gebäude mit dem Bischofssitz. Dazu sollen Wohnungen für den Bischof, Priester und Diakone gehören, sowie ein kleines Nonnenkloster. Außerdem eine Bibliothek, Gästezimmer und Räume für die Kinder- und Jugendarbeit. „Wir haben im Moment keinen Platz für den Religionsunterricht“, erläuterte der Bischof.

Auch ein Sozialprojekt möchte man starten. Dabei ist an eine Art Nachbarschaftshilfe für die Kirchenmitglieder gedacht. Seit dem Beitritt zur Europäischen Union lebten immer mehr Rumänen in München, diese bräuchten Unterstützung und müssten integriert werden. „Wir brauchen die Kirche sehr nötig. Für die Leute ist erstmal alles fremd. Nur in der Kirche finden sie ein Zuhause, wenn sie dort zusammen sind.“

Etwa drei Millionen Euro würde das Gemeindezentrum samt Kirche kosten – alles aus Spenden finanziert. Die Gemeinde sei zwar Kirchensteuer-berechtigt, erklärte Bischof Sofian, nehme das aber nicht in Anspruch: „Die Gläubigen sind das System aus Rumänien nicht gewohnt.“ Das Grundstück an der Ecke Kastelburg-/ Industriestraße gehört derzeit noch der Stadt. Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde möchte es zunächst im Erbbaurrecht erwerben – sobald genügend Geld vorhanden sei, wolle man das Areal aber kaufen. Das Baureferat habe in den Vorgesprächen bereits Zustimmung signalisiert, ließ der Bischof durchblicken.

Die Baugrube für den Gemeindesaal unter der Kirche und die Tiefgarage soll bereits nächstes Jahr ausgehoben werden, dann könnte der Bau der Kirche folgen. Später entstehen die übrigen Einrichtungen. Insgesamt rechnet Weihbischof Sofian mit einer Bauzeit von drei bis vier Jahren.

Den künftigen Sitz der rumänisch-orthodoxen Metropolie könne man mit einem Erzbistum vergleichen, erklärt er. Die Orthodoxen seien „eine Art Katholiken, nur ohne Papst“.

Nicole König

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