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Schutznetze im Audimax sollen herabfallende Stuckbrocken aufhalten. Der Sanierungsbedarf im größten LMU-Hörsaal ist groß.

Für ein Semester dicht

Marode: LMU muss Audimax schließen

München - Im Sommersemester 2014 dürfte es eng werden im LMU-Hauptgebäude. Denn die Sanierungsarbeiten am Audimax sind umfangreicher als geplant. Der größte Hörsaal muss für ein komplettes Semester geschlossen werden.

Als in diesem Sommer die Sanierungsarbeiten im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) begannen, war das oberste Ziel klar definiert. „Die Arbeiten dürfen den Studienbetrieb nicht beeinträchtigen“, erklärte damals Alexander Schweitzer vom Staatlichen Bauamt München 2. Größtenteils ist dies bisher auch gelungen. Die geplanten Arbeiten am Audimax verzögern sich jedoch, da sie umfangreicher sind als ursprünglich vermutet. Wie unsere Zeitung erfuhr, muss das Audimax für das komplette Sommersemester 2014 gesperrt werden.

Bereits seit geraumer Zeit ist das Oberlicht im größten Hörsaal sanierungsbedürftig. Da Stuckteile von der Decke des maroden Hörsaals zu fallen drohen, ist diese seit geraumer Zeit mit Netzen verhängt. Im Rahmen der umfassenden Sanierungsmaßnahmen im Hauptgebäude (wir berichteten) sollte auch das Audimax renoviert werden. Der ursprüngliche Plan lautete, während der vorlesungsfreien Zeit von Februar bis April 2013 die Gerüste aufzubauen, um die Studenten nicht durch die lauten Arbeiten zu stören. Während des Sommersemesters sollte dann die Sanierung bei laufendem Betrieb stattfinden, nur 100 der 830 Plätze aufgrund der Arbeiten wegfallen.

Dieser Plan hat sich allerdings als nicht haltbar erwiesen. „Beleuchtung, Technik, Akustik: Wir müssen mehr machen als gedacht“, sagt Matthias Fahrmeir, Liegenschafts-Chef der Uni. „Es sind daher deutlich weniger Plätze nutzbar, auch wegen der Frage des Brandschutzes wäre ein Vorlesungsbetrieb sehr schwierig.“ Die Konsequenz: Das Audimax muss für ein Semester geschlossen werden. Da die Raumplanungen langen Vorlauf benötigen, hält Fahrmeir das Sommersemester 2014 für den nächstmöglichen Termin.

Momentan werde für den Sommer 2014 ein alternativer Belegungsplan erstellt, bestätigt LMU-Sprecherin Luise Dirscherl. Betroffen seien vor allem die Fachrichtungen mit großen Einführungsveranstaltungen wie Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Jura und Erziehungswissenschaften. Mögliche Ausweichorte seien die Große Aula und der Große Physikhörsaal, die jeweils etwa 750 Plätze fassen. Die Betroffenen würden nach Abschluss der Planung informiert. Drohenden Platzmangel sieht Dirscherl nicht: „Das ist alles eine Frage der Koordinierung.“ Vorlesungen aufgezeichnet ins Internet zu stellen, sei zwar bereits eine gängige Methode, aber kein Ersatz: „Wir sind zuversichtlich, dass wir an der Uni Ausweichmöglichkeiten schaffen können.“

Während im Audimax die Arbeiten noch anstehen, läuft seit August die Erneuerung des Lichthofs. Wände und Decken sind bereits ausgebessert und neu gestrichen. In den Semesterferien sollen die Gerüste wieder entfernt werden, die noch den Anblick des Lichthofs trüben. Wie in den vergangenen Semesterferien ist auch dann das Hauptgebäude nicht für Prüfungen nutzbar.

Verzögerungen im Lichthof gibt es noch bei der Sanierung des Glas-Oberlichts. Eigentlich sollten auch diese Arbeiten in den nächsten Semesterferien beendet werden. In der Kuppel über dem Lichthof muss laut Fahrmeir ein spezielles Gerüst angebracht werden, das anfänglich nicht eingeplant war: „Da gab es sicherlich auch Fehler in der Koordination.“ Diese Arbeiten könnten sich bis in das Sommersemester 2013 ziehen. Pünktlich fertig werden sollen die sanierten Toiletten. Nur noch bis Weihnachten müssen die Studenten auf Container im Hof ausweichen. Komplett erneuert ist die Notbeleuchtung im Gebäude. Laut Fahrmeier hat sie den ersten Bewährungstest schon bestanden: „Während des Stromausfalls war es hier taghell.“

Angelo Rychel

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