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In der Kirche St. Michael fand der Dreh statt.

Prank-Video löst Einsatz aus

Augenzeuge beim Terror-Dreh: "Hatten Angst vor Attentat"

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München - Am Samstag haben drei Männer eine Kirche in München in Angst und Schrecken versetzt. Sie legten als Islamisten verkleidet einen Rucksack nieder. Die tz sprach mit Augenzeugen.

Bomben-Angst in St. Michael! Am vergangenen Samstag verbreiteten zwei Männer beim Vorabendgottesdienst zu Pfingsten Angst und Schrecken in dem Gotteshaus an der Neuhauser Straße. In orientalischen Gewändern, mit Turban und Vollbart marschierten sie während der Predigt an den Altar und beteten. Auch einen Rucksack legten sie nieder. Ein Dritter filmte die bizarre Aktion. „Wir hatten Angst vor einem Attentat“, sagt Augenzeuge Fabian H. (33) gegenüber der tz.

Fabian H. (33) nahm an der Messe teil.

Der Münchner geht seit 30 Jahren in die Kirche. „Da sieht man so einiges, auch manchmal Verwirrte, die den Gottesdienst stören“, sagt er. Doch so etwas hat auch der Kunsthistoriker noch nicht erlebt. H. rechnete mit dem Schlimmsten: „Man wundert sich, dass es bei uns noch nicht zu islamistischen Anschlägen gekommen ist. Eine Kirche schien mir in dem Moment als der logische Ort.“

200 Menschen waren in der Kirche

Es geschah in der Mitte des Gottesdienstes. 200 Menschen nahmen teil. Pater Peter Balleis hielt seine Predigt, als die zwei Männer mit Rucksack an den Altar traten, die Schuhe auszogen, sich auf die Knie fallen ließen und muslimische Gebete sprachen. „Die Leute hatten Panik“, erinnert sich H. „Da waren Familien mit Kindern, auch einige Senioren.“

Vor dem Altar in der Jesuitenkirche St. Michael legten die Afghanen den Rucksack nieder.

Viele flüchteten aus der Kirche, auch Fabian H. und seine Freunde hielten es nicht mehr aus. Zu groß war die Angst. Der Pater aber ließ sich nicht aus der Fassung bringen. Er setzte seine Predigt fort, – vermutlich, um die Angst nicht zusätzlich zu schüren. Und die war absolut berechtigt. Laut Polizei hingen aus dem Rucksack Kabel – es sollte wie eine Bombe aussehen. Polizeisprecher Thomas Baumann zur tz: „Schon vor der Kirche baten die Männer einige Passanten, ihre Sprengsätze zu zünden.“ Robert W. (23) hat die Szenerie gefilmt. Seine Begleiter, die Afghanen Ayub S. (24) und Rashid Z. (31), mimten die Islamisten.

Polizei klärt Situation auf

Sechs Streifenwagen rasten zur Kirche, nahmen die drei Männer fest. Dann stellte sich heraus: Alles nur ein Scherz! Die drei Freunde drehten ein sogenanntes Prank-Video (siehe unten), das sie anschließend ins Internet stellen wollten. Einziges Ziel: Angst und Schrecken verbreiten – und sich darüber lustig machen.

Thomas Baumann warnt Nachahmer: „Sie verängstigen nicht nur die Bevölkerung, sondern gefährden sich auch selbst. Es kann zum Schusswaffengebrauch kommen.“ Auch Fabian H. versteht hier keinen Spaß: „In diesen Zeiten ist es fatal, den Islam mit solchen Aktionen in ein schlechtes Licht zu rücken.“ Die drei Männer sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Prank-Videos

Das Wort „prank“ stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „Streich“. Derzeit sind solche Prank-Videos gerade in der Internet-Gemeinde besonders beliebt. Die Kurzfilme werden entweder in den sozialen Medien wie Facebook verbreitet, oder auf Video-Plattformen wie Youtube hochgeladen. Mit der Panik anderer Leute erhoffen sich die Filmer mehr Aufmerksamkeit und Klicks.

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