+
Wer hat was getan? Bartlomiej K. (l.) hofft auf Freispruch, Lukasz G. soll der Haupttäter sein.

Beute nach Polen gebracht

So stahlen diese Autoknacker Münchner Luxusschlitten

  • schließen

München - Zwei Männer müssen sich wegen mehrfachen Autodiebstahls vor Gericht verantworten. Dabei kommt auch ihr Vorgehen ans Licht. Einer der Angeklagten hofft auf Freispruch.

Sie erledigten wohl für ihre Hintermänner die Drecksarbeit - nun müssen sich zwei Männer seit Mittwoch vor dem Amtsgericht für ihre Taten verantworten. Ihr Auftrag: Luxusschlitten in Deutschland knacken und sie nach Polen verfrachten. Über 23 Fälle sind angeklagt, allein in München sollen die Autoknacker sechs Mal zugeschlagen haben. Dort blieb es allerdings bei Versuchen. Vollendete Diebstähle gab es dagegen in Ostdeutschland. Vor allem Lukasz G., der als Haupttäter gilt, droht eine lange Haftstrafe.

In München hatten es die Täter insbesondere auf Edel-SUVs von Range Rover abgesehen. 100.000 Euro kosten die Wagen im Durchschnitt. Pro gestohlenem Fahrzeug sollen Lukasz G. (31) und Bartlomiej K. (29) rund 700 Euro kassiert haben. Ihre angebliche Masche: Mit einer Blechschere sollen sich die Polen Zugang zur Elektronik verschafft haben. Dabei schnitten sie wohl Löcher in die Außenhaut der Autos und versuchten, die Elektronik anzuzapfen.

17 Autos geknackt und nach Polen gebracht

In Ostdeutschland soll vor allem G. aktiv und erfolgreich gewesen sein. Von 2012 bis 2015 hat er laut Anklage in 17 Fällen Autos geknackt und nach Polen gebracht. Auch für die Mehrzahl der Fälle in München will Lukasz G. die Hauptschuld auf sich nehmen. Demnach sei sein Komplize und alter Schulfreund Bartlomiej K. nur an zwei versuchten Aufbrüchen beteiligt gewesen sein.

Deshalb wollen sich K.s Anwälte auch auf das Angebot von Gericht und Staatsanwaltschaft vor Prozessauftakt nicht einlassen. Bei einem möglichen Geständnis von K. hätte er demnach Aussicht auf eine milde Bewährungsstrafe. Doch seine Anwälte fordern vollumfänglichen Freispruch. Der Prozess dauert an.

joh

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Chaos-Montag bei S-Bahn: Ausnahmezustand auf Stammstrecke
München - Der Montag war eine harte Prüfung für alle, die mit der S-Bahn fahren: Auf der Stammstrecke kam es zum wiederholten Mal heute zu einer Störung, aber auch zu …
Chaos-Montag bei S-Bahn: Ausnahmezustand auf Stammstrecke
Scheren-Mann vom Kapuzinerplatz: Darum bin ich ausgetickt
München - Er hatte die ganze Innenstadt in Aufruhr versetzt! Am 19. Mai rannte Daniel M. (26) mit einer Schere aus dem Haus, bedrohte Passanten am Kapuzinerplatz und …
Scheren-Mann vom Kapuzinerplatz: Darum bin ich ausgetickt
Bruchgefahr: Baumfällungen an Isar und Würm
München - Viele Bäume säumen das Ufer von Isar und Würm. Bei den letzten Kontrollen hat das Wasserwirtschaftsamt darunter einige ungesunde Bäume gefunden - aus …
Bruchgefahr: Baumfällungen an Isar und Würm
Mafia-Methoden am Wertstoffhof
München - Seit Montag verhandelt das Amtsgericht jetzt gegen die Angestellten der Abfallwirtschaftsbetriebe: Acht Männer stehen vor Gericht, nur drei sind geständig. …
Mafia-Methoden am Wertstoffhof

Kommentare